13.07.2009, 11:11 Uhr

Soziale Netze wachsen in der Krise

Facebook, LinkedIn und Xing verzeichnen hohe Wachstumsraten in der Krise. Auch die ältere Generation entdeckt die Netze für sich - und das Netzwerken für ihre Zwecke.
Ins Facebook-Netz klinken sich nach Analysen des Beratungsunternehmens iStrategyLabs immer mehr ältere Menschen ein. In den vergangenen sechs Monaten wuchs die Gruppe der über 35-Jährigen um 190 Prozent, der Anteil der über 55-Jährigen sogar um 514 Prozent. Gleichzeitig stellten die jungen Benutzer immer häufiger ihre Aktivitäten im sozialen Netz ein: Die Zahl der neu angemeldeten Schüler sank im letzten Halbjahr um rund 17 Prozent, die Zahl der Hochschüler um fast 22 Prozent.
Für iStrategyLabs-Chef Peter Corbett ist diese Verschiebungen in der Facebook-Altersstruktur ein Hinweis auf einen Generationenwechsel. «Ein hartnäckiges Gerücht besagt, dass sich die jungen Nutzer durch den Eintritt ihrer Eltern in Facebook von dem Netzwerk entfremden», berichtet Corbett.
Netzwerken für beruflichen Vorteil
Experten des Marktforschungsunternehmens comScore führen den Eintritt der älteren Generation in soziale Netzwerke wie Facebook und LinkedIn auch auf die Wirtschaftskrise zurück. Die älteren Anwender nutzen verstärkt die geknüpften Kontakte auf den Plattformen, um im Fall von Entlassungen auch über diesen Kanal aktiv zu werden.
Die Analysen von comScore belegen, dass sich seit Ende des dritten Quartals - dem Beginn der Krise - die Zahl der Neuregistrierungen beim weltgrössten Business-Netzwerk LinkedIn bei monatlich zwei Millionen eingependelt hat. Zuvor gewann LinkedIn nur rund eine Million neue Mitglieder im Monat.
Kontinuierliches Wachstum
Das grösste Business-Netzwerk hierzulande - Xing - wächst laut Aussage von Sprecher Thorsten Vespermann antizyklisch. Besonders grosse Steigerungen seiner Mitgliederzahlen in Krisenzeiten beobachtet das deutsche Unternehmen nicht. Aber auch das permanente Wachstum sei beachtlich, erklärt Vespermann auf Anfrage der Computerworld. Etwa habe Xing die Mitgliederzahl von 2,24 Millionen im März 2008 auf 3,19 Millionen im gleichen Monat dieses Jahres steigern können - ein Plus von 42 Prozent. Die Anzahl der direkten Kontaktverbindungen der einzelnen Mitglieder wuchs um 58 Prozent von 86 auf 136 Millionen.
Verstärkte Aktivität im Netzwerk, zum Beispiel mehr Abrufe der Mitgliederprofile und eine höhere Zahl Postings in den Gruppendiskussionen, beobachtet Xing allerdings schon, so der Unternehmenssprecher. Auslöser dafür seien häufig gravierende Veränderungen in Branchen oder Region.

Links zu diesem Artikel:




Das könnte Sie auch interessieren