Stärkere Kontrolle von Apps 01.05.2018, 07:02 Uhr

Facebook limitiert Zugriff auf Nutzerdaten

Manchen Analytics-Firmen machte es zu schaffen, dass das soziale Netzwerk Anwendungen stärker kontrolliert und den Datenfluss an Dritte begrenzt.
(Quelle: shutterstock.com/pattyphotoart)
Von Christian Erxleben
Nachdem sich die Politik und die Öffentlichkeit in den vergangenen Wochen mit dem Datenskandal bei Facebook beschäftigt haben, steht Facebook unter Zugzwang. Bereits vor den Anhörungen von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg vor dem US-Kongress hatte das Unternehmen mehrere Massnahmen angekündigt oder eingeleitet, um den Zugriff von Dritten auf die Profildaten bei Facebook zu beschränken.
Das Analyse-Unternehmen Cambridge Analytica, das im Zentrum des Datenskandals von Facebook steht, hatte Profildaten von Facebook-Nutzern erhalten, die über die Anwendung «This is your digital life» generiert worden waren. Aleksandr Kogan, Forscher an der Cambridge University und Gründer des Unternehmens GSR Global Science Research Limited, griff mit dieser Befragungs-App nicht nur Daten der Befragungsteilnehmer, sondern auch von Freunden dieser Teilnehmer ab.

Mit diesen Massnahmen will Facebook gegensteuern

Eine der Massnahmen, mit der Facebook auf die Weitergabe von Nutzerdaten reagiert, ist die Aktualisierung der Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie. Um eine verständliche Sprache bemüht, erklärt Facebook den Nutzern, wie es Daten verwendet und «warum diese notwendig sind, um die Beiträge und Werbeanzeigen», die der Nutzer sieht, «aber auch Gruppen, Freunde und Seiten», die das Unternehmen vorschlägt, zu individualisieren.
Die zweite Massnahme, die Facebook ergreift, ist eine Beschränkung der Informationen, die Dritte und Entwickler über Programmierschnittstellen, kurz API (Application Programming Interface), abgreifen können. Zum einen will Facebook Apps künftig stärker kontrollieren. Zum anderen limitiert das soziale Netzwerk die Zahl der Informationen, die über bestimmte Schnittstellen abgefragt werden können. Im Fall von Instagram wird beispielsweise die Anzahl der stündlichen Abrufe von Informationen über die Instagram-API von 5.000 auf 200 reduziert.
 
Viele Unternehmen der digitalen Werbewirtschaft, deren Tools auf den Facebook-API basieren, beobachten sehr aufmerksam, welche Vorgaben Facebook für die Verwendung der verschiedenen Schnittstellen nun macht. Ein Blick auf die Aufzählung, welche Schnittstellen künftig stärker kontrolliert oder eingeschränkt werden, offenbart gleichzeitig auch den Umfang der Informationen, auf die Dritte bisher Zugriff hatten. Die Einschränkungen des Datenzugriffs hat Mike Schroepfer, Chief Technology Officer bei Facebook, im Unternehmensblog veröffentlicht.

Autor(in) Online Redaktion



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