07.07.2010, 10:00 Uhr

Attacken auf File-Sharer

Ein P2P-Wurm befindet sich unter den im Juni am häufigsten entdeckten Schädlingen. Die Malware breitet sich über File-Sharing-Netze aus.
Malware Top 20 im Juni 2010 (Quelle: Kaspersky)
Der Antivirushersteller Kaspersky Lab hat seine monatlichen Malware-Hitlisten für Juni veröffentlicht. Darin werden zum einen die häufigsten Schädlinge auf Anwender-PCs und zum anderen die im Internet am weitesten verbreiteten Schadprogramme des vergangenen Monats aufgeführt. Im Juni ist vor allem der P2P-Wurm Palevo aufgefallen.
Die Rangliste der auf Rechnern von Anwendern gefundenen Malware hat sich gegenüber dem Vormonat kaum verändert. Wie schon seit Monaten belegen Varianten des Conficker-Wurms (Alias: Kido, Downadup) und der Virus Sality die ersten vier Plätze. Den fünften Rang hat sich mit Exploit.JS.Agent.bab ein Neueinsteiger gesichert.
Den elften Platz belegt der P2P-Wurm Palevo, der sich über File-Sharing-Netze wie BearShare, iMesh, Shareaza und eMule ausbreitet. Er kopiert sich vielfach in Netzlaufwerke, verschickt Downloadlinks per Instant Messenger und infiziert USB-Sticks mit Hilfe eines Autorun-Schädlings. Palevo späht vertrauliche Daten aus, die User im Web-Browser eingeben.
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Die häufigsten Schädlinge im Internet
In die Tabelle der im Internet am weitesten verbreiteten Schädlinge ist im Juni viel Bewegung gekommen, auch wenn der Spitzenreiter Trojan-Clicker.JS.Iframe.bb und ein paar andere ihre Position halten konnten. Der oben schon erwähnte Exploit.JS.Agent.bab hat sich in dieser Tabelle gleich auf dem zweiten Platz breit gemacht. Er ist im Juni auf 340'000 Sichtungen gekommen. Er nutzt die im Security Bulletin MS10-018 behandelte IE-Lücke (iepeers.dll) aus, um einzudringen und lädt weitere Schädlinge aus dem Internet, darunter ein Rootkit.
Zu den Neueinsteigern zählen auch PDF-Exploits, die auf inzwischen behobene Schwachstellen im Adobe Reader zielen. Drei Varianten von Exploit.JS.Pdfka belegen die Plätze 6, 8 und 14. Betrügerische Antivirusprogramme (Scareware) sind im Juni ebenfalls wieder stark vertreten.
Die meisten Malware-Angriffe kommen nach wie vor aus China, allerdings beträgt der chinesische Anteil nur noch 21,3 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch mehr als 50 Prozent. Dahinter folgen Russland, Indien und die USA.


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