Interview zu neuen Salesforce-Funktionen «Customer 360» und «Einstein Voice»

Salesforce-Anwendungen über Sprache nutzen

Computerworld: Neben Künstlicher Intelligenz ist "Voice", ­also die Bedienung von Geräten oder ­Anwendungen über Sprache, ein weiteres Trendthema. Im September 2018 hat Salesforce den Dienst "Einstein Voice" vorgestellt. Was können Salesforce-Kunden ­damit machen?
Wagner: "Einstein Voice" ist eine Plattform. Die Technologie ermöglicht es Kunden, Salesforce-Anwendungen über Sprache zu nutzen. Ein Beispiel: Ein Vertriebsmitarbeiter diktiert seinen Besuchsbericht bei einem Kunden. Einstein Voice nimmt das auf und hinterlegt beispielsweise die Informationen, für welche Produkte sich der Kunde interessierte, im System. Salesforce-Administratoren können damit auch Sprachbots konfigurieren, die für die Kommunikation mit Kunden ihres Unternehmens eingesetzt werden können.

Computerworld: Gibt es Einstein Voice auch auf Deutsch?
Wagner: Bislang steht Einstein Voice nur auf Englisch zur Verfügung.
Computerworld: Wann wird die Sprachtechnologie auch auf Deutsch zur Verfügung stehen?
Wagner: Es ist geplant, Einstein Voice auch auf Deutsch zu bringen. Ein konkreter Zeitpunkt steht aber noch nicht fest.
Computerworld: Eine weitere Neuerung bei Salesforce ist "Customer 360". Der Dienst soll im Laufe des Jahres 2019 verfügbar sein. Bitte erklären Sie, was Customer 360 ist und wie es funktioniert.
Wagner: Customer 360 ist eine Lösung, um unterschiedliche Systeme miteinander zu verbinden. Mithilfe einer virtuellen Kunden-ID verknüpft sie Informationen zu ­einem Kunden beispielsweise aus der Commerce Cloud, der Marketing und der Service Cloud sowie aus anderen Quellen. Der Anwender benötigt dazu keine Programmierkenntnisse und erhält mehr Kontext zu einem Kunden wie: Welche Produkte hatte der Kunde im Warenkorb? Welche Bestellungen sind aktuell noch offen?
Customer 360 wird in den entsprechenden Salesforce-Produkten enthalten sein. Weitere Details werden im Vorfeld der allgemeinen Verfügbarkeit bekannt gegeben werden.
Computerworld: Salesforce hat im August 2018 Datorama übernommen. Was plant das Unternehmen mit Datorama beziehungsweise mit dessen Technologie?
Wagner: Datorama ist eine Marketing-­Intelligence- und Analyseplattform und verstärkt die Marketing-Lösung von Salesforce. Datorama kann Marketing-Daten aus unterschiedlichen Kanälen und Systemen aufnehmen, analysieren und visualisieren. Im nächsten Schritt empfiehlt die Technologie, welche Interaktion mit dem Kunden als Nächstes erfolgen könnte.
Computerworld: Die Übernahme des Shop-Software-Anbieters Demandware ist schon etwas länger  her. Die Software wurde als Commerce Cloud in das Salesforce-Produktangebot ­integriert. Wie hat sich die Salesforce Commerce Cloud entwickelt?
Wagner: Sie hat sich gut entwickelt. Wir veröffentlichen keine Zahlen dazu, aber die Commerce Cloud wächst.
Computerworld: Welche Neuerungen wird es bei Salesforce 2019 geben?
Wagner: Salesforce hat 2018 den E-Mail-Marketing-Spezialisten Rebel übernommen. Mit dessen Technologie werden wir E-Mails interaktiver machen. Salesforce-Kunden können dann zum Beispiel Erinnerungen an einen stehen gelassenen ­Warenkorb mit einem integrierten ­Aktions-Button versehen, über den der Kunde den Kauf direkt tätigen kann. ­Zudem werden wir es unseren Kunden ­ermöglichen, auf Basis unserer KI-Technologie "Einstein" eigene KI-Anwendungen zu entwickeln.

Ingrid Schutzmann
Autor(in) Ingrid Schutzmann

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