27.04.2010, 09:01 Uhr

HTC Desire im Test

Unsere deutsche Schwesterpublikation PC-Welt hat das Android-Smartphone HTC Desire auf Herz und Nieren geprüft.
Das HTC Desire ist der grosse, besser ausgestattete Bruder des HTC Legend. Hosentaschentauglich ist das Desire nicht wirklich, da es relativ gross ist. Immerhin bietet es ein 3,7 Zoll grosses Amoled-Display. Diese Technik sorgt für satte Kontraste, was sich vor allem beim Ansehen eines Spielfilms positiv bemerkbar macht.
Optisches Mauspad statt Trackball
Unter das kapazitive Display hat HTC ein optisches Mauspad gesetzt. Links und rechts daneben befinden sich die vier typischen Android-Tasten. Es handelt sich hier übrigens um mechanische Tasten, die, anders als Sensortasten, kaum aus Versehen aktiviert werden können.
Die Ausstattung des HTC Desire ist einer Luxuskarosse würdig. Das Handy bietet neben den Smartphone-Standards wie WLAN, HSPA und GPS einen 1-GHz-Prozessor, 512 MB intern für Programme und Daten sowie 576 MB Arbeitsspeicher. Damit erringt es den Titel «Handy mit dem grössten Arbeitsspeicher auf dem Markt». Der Vorteil: Es können mehr Prozesse im Hintergrund ablaufen, ohne dass das Handy merklich langsamer wird. Für Musik und Fotos können Anwender weitere 32 GB per microSD-Karte aufs Handy packen.
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Das Mobiltelefon läuft unter Android 2.1. Damit lassen sich auf dem Startbildschirm erstmals auch sogenannte Living Wallpapers einstellen. Da sind Hintergrundbilder, die sich bewegen. Grashalme wogen sachte im Wind, Wassertropfen breiten sich in Wellen aus. Manche reagieren sogar auf Bewegung: Wer auf das Display drückt, kann eine neue Wasserwelle auslösen.
Optisch wohldosiert: HTC Sense
Als Bedienoberfläche hat HTC wieder sein Sense aufgespielt. Die Oberfläche bietet sehr grossen Bedienkomfort und zählt damit zu einer der besten Benutzerführungen, die derzeit auf einem Handy zu finden sind. Alle Fäden laufen im Adressbuch zusammen. Von dort kann man letzte SMS, E-Mails und Telefonate kontrollieren, Nachrichten verfassen und Status-Aktualisierungen bei Facebook abfragen. Das klappt alles reibungslos.
Ebenfalls nützlich: Das HTC Desire erlaubt es, bis zu sieben Desktops mit Programmen und sonstigen Schnellzugriffen (Kontakte, Lesezeichen) zu belegen. Um möglichst flott auf die entsprechende Seite zu gelangen, öffnet ein Druck auf die Häuschen-Taste eine Thumbnail-Übersicht. Mit einem Klick gelangt der Nutzer von dort direkt und blitzschnell auf den gewünschten Bildschirm.
Mehr Details über das HTC Desire finden sich auf der nächsten Seite.
Alles in einem: Friend Stream
Die von HTC entwickelte Applikation Friend Stream fasst alle sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Flickr zusammen und zeigt sämtliche Updates im digitalen Freundeskreis. So muss man nur noch eine Anwendung aufrufen, um auf dem Laufenden zu sein.
Internetrakete
Beim Surfen im Internet rast das HTC Desire per HSDPA über die (Daten-)Autobahn: Die meisten mobilen News-Seiten stehen in weniger als zehn Sekunden zum Lesen bereit. Sogar mit Videos kommt der Browser klar. Zudem gibt es ein ganz praktisches neues Feature: Wer im Browser surft, kann Text auf der Seite markieren und die Worte anschliessend direkt kopieren, per Mail weiterleiten oder sich hierfür die Übersetzung via Google Translate anzeigen lassen. Die ist allerdings nur so gut wie der Übersetzerdienst von Google und von daher nur eine grobe Hilfe.
Multitouch in Perfektion
Um die Seite zu vergrössern, reicht es, zweimal aufs Display zu klopfen oder die Seite mit zwei Fingern grösser zu ziehen. Ohne Ruckeln kann man in die Seite beliebig hineinzoomen. Einziges Manko: Im Test ist der Akku beim Surfen sehr heiss gelaufen. Und bei aktiviertem WLAN zieht das Handy mächtig Strom. Die Akkulaufzeit ist übrigens noch kürzer als die des HTC Legend. Im Vergleich wirkt es so, als ob die Software schlechter implementiert sei.
Auf der nächsten Seite liefern wir Infos über die Nachteile des HTC Desire.
Multimedia - nichts zum Angeben
Die 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus und Blitzlicht macht Fotos im Widescreen-Format, optional auch mit GPS-Daten. Zudem unterstützt das Handy Gesichtserkennung und stellt auf einen oder mehrere Köpfe scharf, was im Test auch ganz gut klappte.
Flaue Aufnahmen
Ist der Standard-Autofokus aktiviert, reicht es, irgendwo auf das Display zu tippen. Schon stellt das Handy auf die Stelle scharf und optimiert hier auch ganz leicht die Belichtung. Umso verwunderlicher, dass die Farben zwar warmtönig, doch ziemlich flau erschienen. Die Schärfe ist allenfalls befriedigend. Motivprogramme, Makromodus oder eine Panoramafunktion fehlen. Der LED-Blitz reicht gut zwei Meter: Objekte, die näher an der Kamera sind, werden überbelichtet.
Genre-Suche auf dem MP3-Player
Der Musik-Player bietet mehr Komfort als der Standard-Android-Player: Er unterstützt neben der Sortierung nach Interpreten, Titeln und Alben auch das Auflisten nach Genre. Zudem ist die Menüführung à la HTC optisch besser gelungen. Equalizer-Einstellungen ermöglicht er jedoch nicht. Immerhin tönen die mitgelieferten Stereo-Kopfhörer, die per 3,5-Millimeter-Klinke angeschlossen werden, so kraftvoll, dass das weitestgehend zu verschmerzen ist.
Das Fazit dieses Tests findet sich auf der nächsten Seite.
Sprachqualität: Mittelklasse
Die Sprachqualität ist mittelmässig. Es werden zwar keine Silben verschluckt, doch der Gesprächspartner kling hart und deutlich dumpfer als in der Realität. Der Freisprecher fängt sehr schell zu scheppern an, für ein gemütliches Dauertelefonat ist er wenig geeignet.
Fazit: Das HTC Desire zählt mit seinem grossen Speicher, dem 1-Gigahertz-Prozessor und seiner eleganten Oberfläche zu den besten Android-Smartphones, die derzeit auf dem Markt zu finden sind. Die Sprachqualität kann mit diesen Spitzenwerten jedoch nicht ganz mithalten, weil insbesondere der Freisprecher patzt. Mit dem 3,7-Zoll-Display taugt das HTC Desire gut zum Surfen und Videos ansehen. Der Akku wird allerdings sehr schnell heiss, und die Betriebsdauer des Akkus reicht - wie bei allen aktuellen Smartphones - kaum über ein oder zwei Tage hinaus.
Dieser Testbericht stammt von den Kollegen unserer deutschen Schwesterpublikation PC-Welt.


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