TechDays 01.03.2016, 13:03 Uhr

Microsoft und die «Notfall-Innovation»

An den TechDays begrüsste Microsoft Schweiz rund 600 Entwickler und IT-Professionals. Sie hörten, wie Cloud und Software bei «Notfall-Innovation» helfen können.
Microsofts Portfolio ist in den vergangenen Monaten und Jahren stark gewachsen. Neben Lösungen für den Client sind insbesondere die Cloud-Services ausgebaut worden. Um den Nutzen der neuen Technologie den Schweizer Anwenderunternehmen und Entwicklern näher zu bringen, entschied sich Microsoft, den Kundenanlass «TechDays» wiederzubeleben. Das sagte Stefano Mallè, Director Developer Experience and Evangelism bei Microsoft Schweiz, der Computerworld an dem Anlass in Baden.
Den rund 600 Teilnehmern berichtete Marc Holitscher, National Technology Officer von Microsoft Schweiz, dass sich viele Unternehmen hierzulande im Modus der «Notfall-Innovation» befänden. Sie müssten auf die Digitalisierung, das sich ändernde Kundenverhalten und auch branchenfremde Konkurrenz reagieren. Dabei gibt es laut Holitscher nur eine Lösung: die Hyperscale Cloud. In Microsofts Fall heisst das Azure und Office 365. Beide Produkte würden durch fixfertige Lösungen die Unternehmens-IT entlasten, damit sie Zeit für Innovation hat.

Sicherheit und Drohnen

Der Technologie-Experte wusste auch, dass Microsofts Cloud-Angebote in einem «hochgradig regulierten Land wie der Schweiz» noch nicht so adaptiert werden, wie es in anderen Regionen der Fall ist. Er werde in Gesprächen mit hiesigen Geschäftsleitungen und IT-Verantwortlichen mit Vorbehalten wegen dem Datenschutz und der Sicherheit konfrontiert. Holitscher beteuerte, dass Microsoft alles dafür tue, die Bedenken auszuräumen. Ein Beispiel sei das Zugeständnis an Schweizer Finanzdienstleister, denen das Recht auf eigenen Audit in den Microsoft-Rechenzentren eingeräumt wurde – weil es die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma gefordert hatte. Wie eine «Notfall-Innovation» praktisch realisiert werden könnte, demonstrierte Microsofts Principal Technical Evangelist Ronnie Saurenmann auf der «TechDays»-Bühne. Mit dem Entwicklerwerkzeug Visual Studio programmierte er eine App mit Responsive Design für die Steuerung einer Drohne. Dank diverser vorbereiteter Code Snippets und vorkonfigurierter Dienste in der Azure-Cloud (darunter IoT Hub, Machine Learning, Power BI, Stream Analytics) konnte Saurenmann innerhalb einer Stunde eine Anwendung entwickeln, die Echtzeit-Daten von der Drohne für die Kalkulation der verbleibenden Flugzeit nutzte. So wie Saurenmann könnten auch Schweizer Anwenderunternehmen die Technologie einsetzen, um neue Geschäftsmodelle zu prüfen.  Nächste Seite: Schweizer Pilote mit Windows 10 Schweizer Unternehmenskunden von Microsoft sind in einigen Bereichen durchaus schon in der Testphase angekommen. Craig Dewar, Senior Director Product Marketing Windows, berichtete etwa, dass rund 200 Enterprise-Kunden hierzulande Pilotprojekte mit Windows 10 lanciert haben. 
Im Vergleich mit dem Vorgängersystem Windows 8 gestand er ein, dass die Entwickler in Redmond bei Windows 10 mehr auf die Anwender gehört hätten. Die meisten Unternehmen wechseln von Windows 7 auf ein neues Betriebssystem. «Bei Windows 8 waren die meisten Maschinen noch nicht bereit für Touch. Den Usern fehlte die traditionelle Bedienung per Maus und Tastatur», sagte Dewar. Microsoft habe darauf reagiert und bei Windows 10 wieder die bekannte Desktop-Oberfläche in den Vordergrund gestellt.
Das Interesse an Microsoft-Technologie ist weiterhin gross in der Schweiz, resümierte Geschäftsleitungsmitglied Mallè im Gespräch mit Computerworld. Der verantwortliche Manager für die Entwickler-Produkte nahm auch den grossen Zuspruch zu den «TechDays» als Indikator. Der Anlass sei innert weniger Wochen ausverkauft gewesen – allerdings sei die Teilnehmerzahl auch auf 600 beschränkt gewesen, da der Veranstaltungsort nicht mehr Gäste aufnehmen könne. Für die Zukunft erwägt Mallè eine Neuauflage der «TechDays» womöglich an einem anderen Ort.


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