Nationale Studie 06.03.2019, 15:31 Uhr

Schweizer Bevölkerung wünscht sich mehr E-Government

Die zweite Nationale E-Government-Studie zeigt, dass die Nachfrage nach elektronischen Leistungen der Behörden grösser ist als das Angebot, das die Verwaltung zur Verfügung stellt. Auch dem E-Voting stehen die Befragten positiv gegenüber.
(Quelle: pd )
E-Government Schweiz und das Staatssekretariat für Wirtschaft haben mit der Nationalen E-Government-Studie 2019 die zweite Ausgabe der repräsentativen Erhebung bei Bevölkerung, Unternehmen und Verwaltungen der Schweiz zum Thema E-Government publiziert. Das Meinungsforschungsinstitut Demoscope hat die Studie durchgeführt und die Ergebnisse analysiert.
Demnach zeigt sich eine Mehrheit der Bevölkerung offen gegenüber E-Government. Über 60 Prozent der Befragten geben an, alle oder zumindest die Hälfte der in Anspruch genommenen Behördenleistungen digital zu nutzen. Bei den Unternehmen liegt dieser Anteil sogar bei 73 Prozent.
Die grosse Mehrheit der Unternehmen kann E-Services der Verwaltung ohne Probleme abwickeln. Nur 8 Prozent geben an, dass sie dabei auf Hindernisse gestossen sind. Auch bei der Bevölkerung ist die Erfolgsquote bei der Abwicklung von elektronischen Behördengängen mit 90 Prozent sehr hoch. Dennoch nannte rund ein Viertel aller Befragten Aspekte, die die Nutzung erschweren, darunter insbesondere Bedenken bezüglich Datenschutz und Datensicherheit sowie Probleme beim Finden der Angebote oder fehlende Erläuterungen.

Mehrheit will mehr E-Government - und ist für E-Voting

Zufrieden gibt sich dagegen niemand mit dem derzeitigen Stand des E-Governments, auch nicht die Behördenmitglieder selbst. So geben 86 Prozent der befragten Verwaltungsmitarbeitenden an, dass ihr Online-Angebot ausgebaut werden müsste. Das beurteilen auch die Bevölkerung und die Unternehmen so. Die grosse Mehrheit der Befragten gibt an, auch Behördenleistungen, die noch nicht elektronisch verfügbar sind, digital nutzen zu wollen.
Auch in Sachen E-Voting kennen die befragten Bürgerinnen und Bürger kaum Vorbehalte. 47 Prozent der Bevölkerung geben an, dass sie häufiger an Wahlen und Abstimmungen teilnehmen würden, wenn sie eine elektronische Urne nutzen könnten. 68 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass E-Voting allen Stimmberechtigten zur Verfügung stehen müsste. Nur 8 Prozent sind für ein Verbot des elektronischen Stimmkanals und 12 Prozent möchten den Kanal nur den Stimmberechtigten mit einer Behinderung und jenen mit Wohnort im Ausland öffnen.
Die komplette Studie sowie eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse finden sich auf dieser Webseite.


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