27.03.2015, 11:45 Uhr

Salesforce-Chef wehrt sich gegen Rassismus - nicht nur mit Worten

In Indiana wurde ein Gesetz verabschiedet, das nach Meinung Marc Benioffs Homosexuelle diskriminiert. Deshalb hört er auf, in dem Staat Geschäfte zu tätigen.
Indiana ist für Europäer nicht gerade der faszinierendste Staat der USA. Für die Amerikaner eigentlich auch nicht. Es gibt wenige Sehenswürdigkeiten und bei Wahlen gewinnt praktisch immer der republikanische Kandidat. Gestern aber wurde im 6,5-Millioner grossen Einzugsgebiet ein Gesetz verabschiedet, das noch gehörig für Zündstoff sorgen dürfte. Mike Pence, Gouverneur Indianas, unterschrieb die «Religious Freedom Bill». Das Gesetz erlaubt es Unternehmen, Homosexuellen aus religiösen Gründen ihre Dienste zu verweigern. Die Konsequenzen folgten so schnell, wie sie im Zeitalter von Social Media halt folgen können. Salesforce-CEO Marc Benioff verkündete, dass alle Reisen nach Indiana per sofort gestrichen werden. «Wir streichen alle Programme, die Kunden oder Angestellten zwingen, nach Indiana zu reisen und die dortige Diskriminierung zu erleben», schrieb Benioff auf Twitter. Und weiter:
Salesforce kaufte 2013 für 2.5 Milliarden Dollar die Softwarefirma ExactTarget, welche in Indianapolis/Indiana beheimatet ist und beschäftigt hunderte Angestellte in der Stadt. Nun aber seien sie gezwungen, aufgrund der Religious Freedom Bill ihre Investitionen in Indiana dramatisch zu reduzieren Benioff forderte die Tech-Industrie auf, es ihm gleichzutun. Yelp-CEO Jeremy Stoppelman reagierte bereits, wie auch Max Levchin, der schon einige Internetfirmen wie beispielsweise PayPal gründete. Unternehmer, Politiker und Stars aus dem Showbusiness unterstützten Benioff ebenfalls, allerdings mehrheitlich ohne seinem Boykott zu folgen.
Und was sagt Governeur Mike Pence zum neuen Gesetz? «Ich habe die «Religious Freedom Bill» unterschrieben, weil ich die Religionsfreiheit für jedermann unterstütze. Wie es auch in der Verfassung steht. Trotzdem gibt es viele Leute die das Gefühl haben, wegen des Staates ihre Religionsfreiheit nicht mehr ausüben zu können.» Über die Massnahmen Benioffs: «Es gibt einige Missverständnisse bezüglich dieses Gesetzes. Hier geht es nicht um Diskriminierung. Ansonsten hätte ich es sicher nicht unterschrieben.» 


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