21.08.2017, 12:19 Uhr

Privater Datenverkehr zwischen Firmen wächst rasant

Der private Datenaustauschs zwischen Firmen wird in den kommenden Jahren rasant ansteigen. 2020 soll er das öffentliche Internet bereits um das Sechsfache überragen, prognostiziert Equinix.
In den nächsten Jahren wird sich der private Datenaustausch zwischen Unternehmen markanter entwickeln als der öffentliche Internetverkehr. Bis 2020 soll die sogenannte Interconnection-Bandbreite sogar das sechsfache Volumen des globalen IP-Traffics umfassen. Das prognostiziert der Interkonnektivitätsdienstleister Equinix anhand des «Global Interconnection Index», den die Firma erstmals veröffentlichte. Er basiert auf einer Marktstudie, bei der das Umsetzungsprofil tausender Carrier-neutraler Colocation- und Rechenzentrenanbieter sowie von Ökosystem-Kunden auf der ganzen Welt analysiert wurden. «Gegenwärtige Trends im Bereich Technologie wie Mobilität, Social Media, Cloud und das explosionsartige Wachstum von Daten verändern die Art und Weise, wie Unternehmen mit ihren Partnern und Kunden interagieren», wird Roger Semprini, Managing Director von Equinix Schweiz, in einer Pressemitteilung zitiert. Der Interconnection komme deshalb eine wesentliche Bedeutung zu, um sich an der Realität anpassen zu können und in der digitalen Ära erfolgreich zu sein. Equinix schreibt das rasante Wachstum im Datenaustausch zwischen Unternehmen folgenden vier Trends zu: Der Einsatz digitaler Technologien erfordert die Unterstützung von Interaktionen in Echtzeit und setzt somit eine grössere Interconnection-Bandbreite voraus.Die Urbanisierung verändert die Demographie und fördert die Notwendigkeit für eine Konzentration von digitalen Services in Ballungszentren weltweit.Cyber-Security-Risiken sorgen dafür, dass der Bedarf an Interconnection steigt. Unternehmen steigen zunehmend auf privaten Datenverkehr um, um so das öffentliche Internet zu umgehen und digitale Bedrohungen zu vermeiden.Der weltweite Handel mit digital verfügbaren Services erhöht die Nachfrage nach Interconnection. Denn globale digitale Arbeitsabläufe erfordern ein weltweites Netz von miteinander verbundenen Ballungszentren. Gemäss dem «Global Interconnection Index» nimmt der Datenaustausch in Europa jährlich um 44 Prozent zu. Die europäische Interconnection-Bandbreite liegt heute bei 473 Tbps, bis im Jahr 2020 soll diese auf stolze 1451 Tbps ansteigen. Der Beitrag Europas würde dabei bei 29 Prozent der globalen Leistung liegen. London, Frankfurt, Amsterdam und Paris sind dabei die grössten europäischen Märkte für Interconnection. Weltweit soll der private Datenverkehr zwischen Firmen auf knapp 5000 Tbps ansteigen. In den USA ist heute die grösste Bandbreiten-Kapazität vorhanden, daran soll sich gemäss Equinix auch in den kommenden drei Jahren nichts ändern. Nächste Seite: Wer tauscht am meisten Daten aus? Verbindungen zu Cloud- und IT-Anbietern steigen rasant Der «Global Interconnection Index» zeigt auch, in welchem Anwendungsbereich die grösste Bandbreite benötigt wird. Einen Grossteil machen laut Equinix Datenverbindungen von Unternehmen über Netzwerkanbieter zu Geschäftspartnern und Kunden aus. In diesem Bereich steht die Bandbreiten-Kapazität momentan bei 372 Tbps, in den nächsten drei Jahren soll sie bis auf knapp 2000 Tbps ansteigen. Mit 12 Tbps ist die Interconnection-Bandbreite zu Cloud- und IT-Anbietern noch verhältnismässig niedrig. Diesem Anwendungsbereich sagt der Interkonnektivitätsdienstleister allerdings das grösste jährliche Wachstum voraus (+ 160 Prozent). «Dies bestätigt den transformativen Wandel in der IT-Infrastruktur weg von zentralisierten, unternehmenseigenen Rechenzentren hin zu dezentralisierten, physisch weit verstreuten Multicloud-Umgebungen», schreibt Equinix weiter. Hohe Nachfrage von Banken und Versicherungen Aus Branchensicht wird der Banken- und Versicherungssektor künftig der grösste Nutzer von Interconnection-Bandbreite sein. «Weil die Digitalisierung diese Branchen dazu zwingt, neue Modelle für die Interaktion mit Kunden zu fördern», erläutert Equinix. Dahinter folgt die Telekom-Branche. Sie müsse künftig eine Reichweite über viele Orte gewährleisten und die Verbreitung von vernetzten Geräten und Sensoren fördern. An dritter Stelle vermutet in Zukunft Cloud- und IT-Services.


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