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Lesedauer 5 Min.

Die Geschichte des Modems

In diesem Special blicken wir zurück auf die Entwicklung des Modems.
© Quelle: Computerworld.ch

So mancher PC-Nutzer der ersten Stunde kann sich erinnern: Per Akustikkoppler stellte man eine Verbindung zu anderen Rechnern her. Dazu wurde der Telefonhörer an das Gerät angeschlossen. Datenfön nannte man die Akustikkoppler in dieser Zeit mehr oder weniger liebevoll. Und vom Chaos Computer Club kam der erste Selbstbau-Akustikkoppler: Datenklo. Akustikkoppler waren umständlich zu nutzen, ihre Entwicklung entstand aber aus der Not, weil ein Unternehmen ein Monopol auf Modems hielt, die direkt an das Telefonnetz angeschlossen werden durften. Wieso? Weshalb? Warum? Werfen Sie mit uns einen Blick zurück auf die bewegte Geschichte der Modems. Weiter gehts auf der nächsten Seite.

Funkfernschreiber waren die ersten Geräte, mit denen Informationen digital über Funk oder Telefonleitungen übertragen wurden. Erste Modelle waren bereits im Zweiten Weltkrieg im Einsatz. Ende der 1950er-Jahre brachte AT&T das erste kommerzielle Gerät auf den Markt. Die Übertragungsrate lag bei rund 110 Bit pro Sekunde. 

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Foto: AT&T Das Bell 103 Data Phone von AT&T aus dem Jahre 1962 übertrug Daten mit 300 Baud (ca. 300 Bit pro Sekunde) und war ein Full-Duplex-Modem. Bis 1984 hielt AT&T in den USA ein Monopol für solche Telefonsysteme, so konnte bis dahin auch nur AT&T solche Modems für sein Netzwerk anbieten.

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Foto: AT&T

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Aufgrund des Monopols von AT&T durfte auch nur AT&T Modems entwickeln und anbieten, die direkt an das Telefonnetzwerk angeschlossen werden durften. Die Konkurrenz kam auf eine pfiffige Idee, um dieses Verbot zu umgehen: Der Akustikkoppler war geboren. Der Trick: Die Verbindung zum Telefonanschluss erfolgte nicht direkt, sondern über den Telefonhörer. Auf diese Weise war auch eine Beschädigung des Telefonnetzwerks ausgeschlossen, von der AT&T immer warnte. Die ersten Akustikkoppler kamen auf eine Übertragungsrate von ca. 300 Bit/s bis 2400 Bit/s (genauer: zwischen 300 Baud und 2400 Baud). Spätere Modelle erreichten sogar eine Geschwindigkeit von bis zu 33'600 Bit/s.

Foto: Jose Guerrara Nach dem Ende des AT&T-Monopols begannen auch andere Unternehmen, Modems zu bauen. Das erste Modem für einen PC trug den Namen Hayes 80-103A. Das 300-Baud-Modem war kompatibel mit Bell 103A und wurde von Dale Heatherington (auf dem Bild zu sehen) und Dennic C. Hayes für S-100-Bus-Computer entwickelt, zu denen der Altair 8800 und der IMSAI 8080 gehörten.

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Foto: Dale Heatherington

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1981 stellte Hayes Associates das Hayes Stack Smartmodem vor. Es handelte sich um das erste 300-Baud-Modem mit einem eigenen Befehlssatz, der später zum Standard wurde. Über eine Reihe von Ascii-Strings konnte der Anwender dem Modem über den RS-232 Serial-Port Befehle erteilen. Vorher musste der Anwender zunächst eine Telefonnummer manuell wählen und anschliessend das Modem anschliessen, sobald er eine Antwort vom anderen Ende der Leitung hörte.

Fotos: Hayes Microcomputer Products & Dale Heatherington

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Die ersten Modems für Computer Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre waren ein Mix aus Modems, die direkt angeschlossen waren und akustische Modelle. Einige kopierten den Hayes-Befehlssatz, andere waren einfach nur Kopien des Bell 103A und erforderten ein manuelles Wählen einer Nummer. Von links oben im Uhrzeigersinn: Apple Modem 300, Commodore Vicmodem und Atari 830. Die maximale Übetragungsrate lag bei 1200 Bit pro Sekunde.

Fotos: Apple, Old-computers.com, Atari Mehr Infos über die Entwicklung des Modems finden sich auf der nächsten Seite. Der US-Amerikaner Dave Dunfield besitzt eine grosse Sammlung an Modems, die zwischen 1980 und 1990 auf den Markt kamen. Die Modems hatten unterschiedliche Grössen, Aussehen, Farben und Formen.

© Quelle: Computerworld.ch

Foto: Dave Dunfield Auf der nächsten Seite: die ersten internen Modems

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Ab Mitte der 1980er-Jahre dominierten IBM-PCs und dazu kompatible Rechner den PC-Markt. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten internen Modems, die einen ISA- und später einen PCI-Steckplatz benötigten. Beliebter blieben die externen Modems, die in dieser Zeit eine Geschwindigkeit von 2400 Bit pro Sekunde erreichten. Später stieg die Geschwindigkeit auf 4800, 9600, 14'400, 28'800 Bit pro Sekunde und schneller. In dieser Zeit kamen übrigens auch die ersten Modelle auf den Markt, mit denen man Faxnachrichten empfangen und versenden konnte. Auf der nächsten Seite: Geschwindigkeiten von 28,8 kBit/s bis zu 33,6 kBit/s Mitte der 1990er-Jahre kamen die ersten Modems auf den Markt, die Geschwindigkeiten von 28,8 kBit/s bis zu 33,6 kBit/s erreichten. Das Preis für die Modems sanken und vielfach kamen nun auch interne PCI-Modems zum Einsatz, welche die PC-Hersteller standardmässig in die PCs einbauten. In dieser Zeit kamen auch die ersten Winmodems auf den Markt, bei denen einige Hardware-Prozesse von Software übernommen wurden, was Geld sparte. Ebenfalls in dieser Zeit kamen auch die ersten Voicemodems auf den Markt, welche die Übertragung von Sprache erlaubten.

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Auf der nächsten Seite: bis zu 56 kBit/s Ende der 1990er-Jahre schafften es die Modemhersteller, die theoretische maximale Übertragungsgeschwindigkeit von analogen Telefonleitungen zu knacken. Die neuen Modems erreichten durch technische Tricks eine Geschwindigkeit von bis zu 56 kBit/s.

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Auf der nächsten Seite: Einführung des Breitbandinternets

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Modems wählten sich früher in das Telefonnetz ein, um eine Übertragung herzustellen. Mit Einführung des Breitbandinternets (DSL) gehörte dies der Vergangenheit an. Der Anschluss erfolgt nun über ein Netzwerkkabel. Ist immer noch eine Einwahl notwendig, dann kommen beispielsweise diese kleinen USB-Modems (von Apple und Zoom) zum Einsatz. Auf der nächsten Seite: die ersten Kabel- und ISDN-Modems Nachdem analoge Modems an die technischen Grenzen gestossen waren, nutzten die Hersteller Modems für immer schnellere Verbindungsarten. Anfang der 2000er-Jahre kamen beispielsweise die ersten Kabel- und ISDN-Modems auf den Markt. Ökonomischer liessen sich digitale Daten per ADSL-Verfahren übertragen.

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