07.01.2013, 10:43 Uhr

China behindert VPN

Die «Grosse Firewall Chinas» ist aufgestockt worden. Nun werden auch bestimmte VPN-Protokolle (Virtual Private Network) blockiert, was ausländische Firmen irritiert, die im Reich der Mitte tätig sind.
Die «Grosse Firewall von China» hat ein Update erfahren. Die staatliche Firewall ist eine Zensurmassnahme der chinesischen Regierung und soll vehindern, dass die Bürger der Volksrepublik ausländische Sites ansurfen, die kritische Infos zu China bereithalten. Anscheinend werden nun aber nicht mehr nur bestimmte URLs blockiert. Auch VPN-Verbindungenwürden behindert, wie die britische Tageszeitung «The Guardian» berichtet. Laut dem Report berichten Firmen, die VPN-Dienstleistungen in China anbieten, dass das überarbeitete System in der Lage ist, die verschlüsselte Kommunikation von verschiedenen VPN-Systemen zu erkennen und zu blockieren. «China Unicom, einer der grössten Fernmeldeanbieter des Landes, unterbricht jegliche Verbindung, bei der ein VPN festgestellt wird», schreibt das Blatt weiter. Auch Astrill, ein VPN-Anbieter für User innnerhalb und ausserhalb von China, bestätigt gegenüber der Zeitung, «dass mindestens vier für VPN gebräuchliche Protokolle geblockt werden». Dies bedeute, dass sie schlicht nicht funktionierten. Lesen Sie auf der nächsten Seite: Spionage als Ziel? Wie Bruce Schneier, Chief Security Technology Office für BT und Web-bekannter Kryptospezialist, meint, sei derzeit ein regelrechtes Wettrüsten zwischen VPN-Providern und der chinesischen Regierung im Gang. Erstere würden Patches ausliefern, um wieder VPN für chinesische Kunden anbieten zu können, während Letztere versucht, die Patches zu entdecken und die Kommunikation erneut zu blockieren. Kommentatoren auf Schneiers Blog wie etwa Clive Robinson munkeln daher, dass China wohl ausländische Firmen dazu drängen will, «offen» mit ihren chinesischen Partnern zu kommunizieren, um Zugriff auf Geschäftsgeheimnisse zu erlangen. Schneier beugt sich dagegen nicht so weit aus dem Fenster. Ihm zufolge ist die Absicht der chinesischen Regierung nicht klar. «Was die Regierung vorhat, ist mehr eine politikwissenschaftliche Frage als ein Security-Thema», meint er. Astrill hofft derweil, dass die VPN-Blockade bald aufhört. Schliesslich schädige China damit seine eigene Wirtschaft. «Wir glauben, dass Chinas Zensurminister ein intelligenter Mann ist und dieser Blockade bald Einhalt gebietet», schreibt das Unternehmen in einem Mail an seine User.


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