Onlinehandel 11.03.2020, 14:36 Uhr

Schweizer shoppen für über 10 Milliarden Franken im Internet

Der Online-Handel in der Schweiz gedeiht. Gemäss einer aktuellen Studie hat er 2019 ein Handelsvolumen von 10,3 Milliarden Franken erreicht.
Der Online-Handel hat sich innert zehn Jahren verdoppelt
(Quelle: VSV/Post/GfK )
Der hiesige Onlinehandel hat im vergangen Jahr floriert. Für insgesamt 10,3 Milliarden Franken kauften Herr und Frau Schweizer 2019 im Internet ein, wie es in einer Mitteilung des Verbands des Schweizerischen Versandhandels (VSV) vom Mittwoch hiess.
Im Vergleich zum Vorjahr sei dies eine Zunahme von 8,4 Prozent. Umsatzstärkste Sortimente seien die Heimelektronik sowie die Mode (inkl. Schuhe) gewesen, hiess es weiter.  Wenig im Internet gekauft würden hingegen nach wie vor Lebensmittel. Nur 2,8 Prozent des Gesamtvolumens seien hier im Netz eingekauft worden. Allerdings waren es vor fünf Jahren erst 1,8 Prozent.

Lebensmittel aus dem Internet wegen Corona

Die Zunahme über Zeit sei somit deutlich, sagte Patrick Kessler vom VSV an einer Medienkonferenz in Zürich. Und 2020 dürfte sich der Lebensmittelbereich erneut klar positiv entwickeln, so Kessler.
Denn aufgrund der Krise um die Coronavirus-Pandemie würden viele Leute ihre Nahrungsmittel im Internet bestellen. Oftmals seien bei den grossen Anbietern derzeit kaum noch Lieferfenster verfügbar. Doch seien diesem Wachstum auch gewisse Grenzen gesetzt.
«Mit einer Verdopplung oder Verdreifachung der Umsätze rechne ich nicht», sagte Kessler. Ausserdem sei die derzeitige Unsicherheit für den Detailhandel als Ganzes schlecht. Viele Konsumenten beschränkten ihre Einkäufe in einer Krise nämlich auf das Notwendigste.
Die Hoffnung sei daher, dass es nach Ende der Corona-Krise zu einem «Rebound-Effekt» komme. Es gebe dann wahrscheinlich eine «Phase der Freude», in der die Leute mehr konsumierten.
Bei der direkt betroffenen Migros heisst es auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP, dass sich die Situation in den Filialen derzeit stabilisiere. Im Online-Bereich allerdings bleibe die Nachfrage sehr hoch, sagte ein Sprecher. «Bei Leshop kommt es zu Lieferverzögerungen von zurzeit rund drei Tagen.»
Eine Coop-Sprecherin sagte, dass einerseits bei der Tochter Microspot die Bestellungen in den letzten Tagen sehr stark angestiegen seien. Andererseits habe auch bei Coop@home die Nachfrage zugenommen - vor allem nach länger haltbaren Lebensmitteln wie Mineralwasser, Öl oder Konserven.


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