Apple 24.03.2017, 18:06 Uhr

Von Wikileaks enthüllter CIA-Hack griff nur beim iPhone 3G

Wikileaks enthüllt weitere geheime CIA-Dokumente. Diese brachten ans Licht, dass der US-Geheimdienst offenbar über hartnäckige Schadsoftware verfügt, um Apple-Geräte auszuspionieren.
Bei den neusten Enthüllungen von Wikileaks steht Apple im Mittelpunkt. Die veröffentlichten Dokumente der CIA beschreiben, wie sich der US-Geheimdienst Zugang zu Apple-Geräten wie MacBooks verschaffte. Aus der «Dark Matter» genannten Sammlung gehen mehrere Möglichkeiten hervor, wie die Firmware eines Rechners infiziert werden kann. Somit lässt sich die Spionagesoftware auch nicht mit dem Aufsetzen eines komplett neuen Betriebssystems entfernen. Um das Programm einzuschleusen, hätten sich die CIA-Mitarbeiter jedoch physischen Zugang zum Rechner beschaffen müssen. Bewerkstelligt wurde dies offenbar mit einem manipulierten Thunderbolt-Ethernet-Adapter, der «Sonic Screwdriver» genannt wird. Mit einem Tool namens «Night Skies» seien zudem Hintertürchen auf iPhones installiert worden. Diese seien angeblich bereits vor der Auslieferung der Geräte an die Endkunden platziert worden. Die Methoden waren jedoch grundsätzlich schon seit den Enthüllungen von Edward Snowden über die Überwachung durch den US-Abhördienst NSA bekannt.  

Veraltete Hack-Methoden

Die von Wikileaks enthüllten mutmasslichen CIA-Werkzeuge zum Hacken von Apple-Geräten sind nach Angaben des Konzerns seit Jahren veraltet. Einer vorläufigen Analyse zufolge betraf die Schwachstelle nur das iPhone 3G und wurde bei Erscheinen des iPhone 3GS im Jahr 2009 geschlossen, wie Apple erklärte. Und die von Wikileaks publizierten Sicherheitslücken bei Mac-Computern seien in allen Geräten ab dem Jahr 2013 gestopft. Laut Wikileaks war die iPhone-Software der CIA für fabrikneue Telefone konzipiert, um sie zu infizieren, noch bevor sie die Kunden erreichen. Apple stellte am Freitag auch erstmals die Position gegenüber Wikileaks klar. Der Gründer der Enthüllungsplattform, Julian Assange, hatte angeboten, betroffenen Unternehmen detaillierte technische Informationen aus den CIA-Dokumenten zur Verfügung zu stellen, damit sie Schwachstellen in ihren Programmen und Diensten stopfen können. Laut Medienberichten stellte Wikileaks aber zugleich einige Bedingungen, unter anderem zum Zeitplan.

Keine Verhandlungen

«Wir haben mit Wikileaks nicht über Informationen verhandelt», erklärte Apple. Die Enthüllungsplattform sei angewiesen worden, den offiziellen Kanal für sicherheitsrelevante Hinweise zu den üblichen Konditionen zu nutzen. «Bisher haben wir von ihnen keine Informationen erhalten, die nicht öffentlich zugänglich wären.» Apple verteidige zwar die Sicherheit seiner Kunden, «aber wir dulden keinen Diebstahl und kooperieren nicht mit denjenigen, die drohen, unseren Nutzern zu schaden». Auch bei anderen Tech-Unternehmen war Wikileaks mit dem Hilfsangebot auf Zurückhaltung gestossen. Experten wiesen bereits darauf hin, dass es für US-Unternehmen rechtlich problematisch sein könnte, mit entwendetem CIA-Material zu hantieren. Die neusten Veröffentlichungen von Wikileaks folgen auf den «Vault 7»-Leak, bei dem die Enthllungsplattform Anfang Mrz mehr als 8000 Geheimdokumente ber die mutmassliche Cyber-Spionagepraxis und Online-Kriegsfhrungder CIA publizierte.


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