02.03.2015, 11:20 Uhr

ETH-Startup personalisiert das Internet der Dinge

Den Hausschlüssel problemlos finden, die Verwaltung auf Probleme aufmerksam machen oder den eigenen Energieverbrauch mit dem der Nachbarn vergleichen: eine Schweizer Immobilien-App kann all dies - und einiges mehr.
Das Quartier Erlenmatt West in Basel ist Vorreiter in Sachen Energie. Bis 2016 sollen auf dem Areal unter anderem 574 Wohnungen, Arbeitsflächen, ein Seniorenzentrum und ein öffentliches Restaurant entstehen. Es wird über Mobility-Standorte sowie Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes verfügen, dereinst soll das gesamte Erlenmattquartier mit Fernwärme versorgt werden. Für das schweizweit zweite verifizierte 2000-Watt-Areal hat das ETH-Spinoff Qipp die erlenapp entwickelt.
Das Ziel der App: Die Anwohner untereinander und mit der Verwaltung zu vernetzen. Wer die «erlenapp» nutzt, erhält sämtliche Informationen zu allen eingebauten Geräten und Bauteilen jeder Wohnung, inklusive Benutzerhandbuch oder Pflegehinweisen. Dazu kann er seinen eigenen Energieverbrauch messen und mit dem Verbrauch im gesamten Quartier vergleichen. Auch ein Service-Center (digitale Kommunikation mit der Immobilienverwaltung) und ein Schwarzes Brett gehören zur Ausstattung der Gratis-App.

Nur ein Service von vielen

Die App ist gratis und basiert auf der modularen Qipp-Entwicklungs-Umgebung Allthings|Home. Entsprechend soll das Erlenquartier lediglich das erste Einsatzgebiet für die Anwendung sein, die derzeit 20 Dienste bietet. So könnte die App den Anwohnern auch beim Finden von Schlüsseln oder den Verwaltungen beim Bewerbungsmanagent helfen. «Wir unterscheiden nach Anwendungszweck», sagt Stefan Zanetti, Gründer von Qipp, auf Anfrage der Computerworld. «Für eine Siedlung macht beispielsweise ein Open-Social-Netzwerk Sinn, für einen Block mit 3 Anwohnern weniger.» Zanetti gründete Qipp Anfang 2013 mit drei Partnern, mittlerweile beschäftigt das Basler Unternehmen 10 Mitarbeiter. Nebst dem hier vorgestellten Bereich «Home» kann die Plattform auch für Fahrräder, Schmuck, Möbel oder Industrieanalgen gebraucht werden. Zanetti bezeichnet Qipp als «vom Internet der Dinge inspiriert». Für die Benutzer sind bisher alle Funktionen kostenlos. Geld verdient Qipp mit den Verträgen zu den Herstellern der Produkte.


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