14.03.2006, 09:26 Uhr

Rekordverdächtig schlechtes E-Gov

Laut Jürg Römer, Präsident von E-CH, nutzt die Schweiz das grosse Potenzial von E-Government rekordverdächtig schlecht.
Dieser Tage hat der Verein E-CH, der sich auf die Fahne geschrieben hat, E-Government-Standards für die Schweiz zu erarbeiten, seine Generalversammlung abgehalten. Das Fazit: E-CH wünscht sich, dass die Schweiz im E-Government eine führende Rolle einnimmt.
Dies scheint allerdings ein frommer Wunsch. Derzeit gewinnt die Schweiz in Sachen E-Government nämlich keinen Blumentopf - vielmehr rangiert die Eidgenossenschaft im internationalen Vergleich auf den hintersten Plätzen. Laut Jürg Römer, seines Zeichens Präsident von E-CH und Delegierter des Informatikstrategieorgan des Bunds, nutzt die Schweiz das grosse Potenzial von E-Government rekordverdächtig schlecht. Der ausgebauten Infrastruktur und der hohen Computerdichte stünde ein bescheidenes Angebot an durchgängigen Behördenprozessen gegenüber, so sein Resümee.
An seiner Generalversammlung hat E-CH auch seine strategische Stossrichtung vorgestellt: Künftig will man Prozessen mit der Wirtschaft und Transaktionen, die die Behörden häufig behandeln, Priorität beimessen. Zentral sei, dass nicht technische Lösungen, sondern Prozesse betrachten und nötigenfalls angepasst werden. Diese Strategie soll allerdings erst im Herbst an einer ausserordentlichen Generalversammlung verabschiedet werden.
An die Behörden richtet der Verein den Appell, mehr Standards einzusetzen und sich an den Geschäftsprozessen zu orientieren.
Claudia Bardola


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