01.03.2017, 15:23 Uhr

Versicherungen gegen Cyberattacken stecken noch in den Kinderschuhen

Datenverlust, Betriebsunterbruch und Reputationsschaden: für Firmen sind Cyberattacken folgenreich. Obwohl es dafür bereits Versicherungen gibt, könnten einige Schäden zu gross für die Branche sein, schreibt Swiss Re in einer Studie.
Versicherungen gegen Cyberattacken stecken noch in den Kinderschuhen: Solche speziellen Versicherungen würden derzeit in der Regel Daten- und Netzwerkschäden von 5 bis 100 Millionen Dollar decken, stellte die Swiss Re in einer Studie fest. «Einige bedeutende Cyberrisiken bleiben jedoch weitgehend unversichert, und der bestehende Deckungsumfang ist im Vergleich zur möglichen Gesamtexposition der Unternehmen gering», schrieb der Rückversicherungskonzern am Mittwoch in der Sigma-Studie. Denn solche Schäden könnten sehr grosse Ausmasse annehmen. Die Kosten, die durch Lücken in der Cybersicherheit entstünden, würden weit über die Schäden von verlorenen oder beschädigten Daten hinausgehen. Unternehmen müssten nun auch die Schäden an Reputation, Sachwerten oder geistigem Eigentum sowie Unterbrechungen des Geschäftsbetriebs einkalkulieren, hiess es. Und das Risiko für Firmen nehme ständig zu, Opfer von Cyberattacken zu werden. Denn der digitale Wandel vollziehe sich immer schneller. Überdies würden die Schwachstellen zunehmen, da sich internetfähige Geräte und Cloud-Computing rasant verbreiten würden. Immer mehr Geräte und Maschinen seien mit dem Internet verbunden. Zudem würden die Angreifer immer raffinierter. Das Ausmass einiger Schäden von Cyberangriffen dürfte zu gross für die privaten Versicherungsbranche sein. Dies gelte vor allem für Spitzenschäden wie beispielsweise eine schwere Störung kritischer Infrastrukturen oder Netze. Hier müsste allenfalls der Staat als Versicherer einspringen, schrieb die Swiss Re.


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