14.09.2016, 16:39 Uhr

Uni Zürich erforscht die Digitale Gesellschaft

Die Uni Zürich startet eine Initiative, in der Fragen zum digitalen Wandel inderdisziplinär beleuchtet werden sollen.
Smartphones, Schrittzähler, Big Data, Industrie 4.0: die digitale Welt hat die Gesellschaft längst durchdrungen und verändert sich und sie ständig. Dieser Wandel steht im Zentrum einer neuen Initiative der Universität Zürich, mit der sie einen umfassenden und kritischen Blick auf die Entwicklungen werfen und die digitale Zukunft mitgestalten will. Wie verändert die Digitalisierung unsere Arbeitswelt und unsere Art zu kommunizieren? Wie lassen sich Gesundheitsdaten nutzen, so dass die Bevölkerung davon profitiert? Wer soll die Kontrolle über solche Daten haben? Um diese Fragen kritisch zu beleuchten startet die Universität Zürich die «UZH Digital Societies Initiative». «Die Universität will mit der Initiative zu einem Zentrum zur Erforschung und Reflexion der Digitalisierung von Gesellschaft und Wissenschaft werden», erklärte Michael Hengartner, Rektor der Universität Zürich. «Die Initiative nimmt eine internationale Pionierrolle ein und soll mit ihrem interdisziplinären Ansatz möglichst alle Fakultäten der UZH umfassen.»

Erste derart umfassende Initiative

Als grösste Volluniversität der Schweiz sei die Universität Zürich bestens aufgestellt, Fragen zum digitalen Wandel interdisziplinär zu beleuchten, sagte Hengartner weiter an einem Medienanlass am Mittwoch in Zürich. «Mit dieser umfassenden Herangehensweise sind wir die ersten weltweit.» So erforschen beispielsweise UZH-Forschende im Rahmen des vom Schweizer Nationalfonds unterstützten Projekts EMOtive, wie Navigation unter Stress mit technischen Assistenten funktioniert und wie man die Technik und die Informationen gestalten muss, um Fehler und Unfälle zu vermeiden. Daran beteiligt sind Forschende der Geografie, Informatik, Psychologie und Ethik.

Individuelle Gesundheit

Ein weiteres Arbeitsgebiet der Initiative sei die Verbesserung der individuellen Gesundheit, erklärte Informatik-Professor Abraham Bernstein am Anlass. Dabei geht es beispielsweise um die Frage, wie persönliche mit unpersönlichen Daten vereint werden können, um möglichst massgeschneiderte Therapien für den individuellen Patienten anzubieten. «Wir haben drei Schritte vorgesehen», erklärte Bernstein. «Erst einmal wollen wir erfassen, welche Projekte in diesem Themengebiet bereits bestehen. Dann wollen wir sie besser vernetzen, Synergien nutzen und drittens neue Projekte fördern.» Einige Projektanträge seien beispielsweise im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Big Data» beim Schweizerischen Nationalfonds eingereicht - das Ergebnis werde etwa im November erwartet.

Auch ein Wandel der Lehre

Da das Studium ebenfalls immer digitaler wird, wird auch die Lehre von der Initiative profitieren, ist Hengartner überzeugt. «Unsere Studierenden sind digital sehr versiert.» Man entwickle die Lehre daher in dieser Richtung weiter, durch Weiterbildung für Dozierende beispielsweise. Am Mittwochabend wird die Initiative im Rahmen eines feierlichen Anlasses von Bundespräsident Johann Schneider-Ammann und der Zürcher Regierungsrätin Silvia Steiner offiziell aus der Taufe gehoben.


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