10.04.2017, 15:18 Uhr

Wegen Swisscom-Fehlinformation entsorgen Tausende Kunden ihre ISDN-Telefone

Konsumentenschützer rügen die Swisscom wegen einer unklaren Kundeninformation. Swisscom muss noch für mindestens drei Jahre eine kostenlose ISDN-Schnittstelle anbieten.
Die Swisscom schaltet ab 2018 das analoge Festnetz ab. Soviel ist klar. Unklar respektive falsch ist aber eine Information, die der Telko letzte Woche auf seiner Webseite publizierte, wie die SonntagsZeitung berichtet. Die Fehlinformation ist auf der Swisscom-Webseite immer noch nachzulesen: Glaubt man der Swisscom, können die ISDN-Geräte ab 2018 nicht mehr mit einem Privatkunden-Angebot der neuen Festnetztelefonie verwendet werden. Die Swisscom ist jedoch trotz Umstieg auf IP-Telefonie verpflichtet, bis Ende 2021 eine kostenlose ISDN-Schnittstelle anzubieten. So steht es auch in der Fernmeldeverordnung, die ab 1. Januar 2018 in Kraft tritt. Mit einem Adapter ist es dann weiterhin möglich, die Telefone in Betrieb zu nehmen. Nun könnten aber Tausende Kunden ihre ISDN-Telefone vorzeitig entsorgen.

Swisscom räumt unklare Kommunikation ein

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) rügt die Swisscom. Zwar sei es in vielen Fällen sinnvoll ein neues Gerät zu kaufen – André Bähler, Leiter Politik und Wirtschaft bei der SKS kritisiert aber, dass der Provider den Kunden nicht die Wahl lässt, indem er fälschlicherweise behaupte, ISDN-Geräte liessen sich nicht mehr verwenden. Die Swisscom räumt auf Anfrage der Zeitung ein, dass die Aussagen auf der Webseite zumindest missverständlich seien. «Wir werden unsere Informationen im Laufe der Woche anpassen», sagt Sprecher Sepp Huber. Ab 2018 will man den Kunden auf Wunsch auch einen Router mit ISDN-Schnittstelle anbieten.


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