15.06.2016, 07:49 Uhr

Nato erklärt den Cyberspace zum Operationsgebiet

Die Nato-Verteidigungsminister haben beschlossen, den Cyberkrieg gleich zu behandeln wie Angriffe zu Land-, Wasser und aus der Luft.
Die Nato hat den Cyberspace zu einem eigenständigen Operationsgebiet erklärt. Die Verteidigungsminister des Militärbündnisses hätten am Dienstag beschlossen, Angriffe über Datennetze wie solche durch Land-, See- oder Luftstreitkräfte zu behandeln, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel.
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Dies könne auch bedeuten, dass Cyber-Angriffe den Bündnisfall nach Artikel 5 des Nordatlantikvertrages auslösen könnten.
«Die Cyber-Abwehr ist Teil unserer kollektiven Verteidigung», sagte Stoltenberg. «Die meisten Krisen heute haben auch eine Cyber-Dimension.» Das Bündnis müsse deshalb seine Abwehr in diesem Bereich stärken, «um unsere Einsätze und Operationen besser zu schützen». Denn Hacker-Angriffe könnten «eine Menge Schaden» anrichten.
Stoltenberg betonte, dass die Nato-Cyberabwehr nicht gegen eine bestimmte Quelle oder Nation gerichtet sei. China und Russland wird immer wieder vorgeworfen, mit Hilfe von Hackern in Datensysteme westlicher Regierungen und Unternehmen einzudringen. Dies zu beweisen, ist aber häufig schwierig.
Wichtig sei für die Nato, die Quelle für Angriffe aus dem Netz zu identifizieren, sagte Stoltenberg auch. Diplomaten zufolge bedeutet die Entscheidung, dass die Cyber-Abwehr in alle militärischen und strategischen Planungen des Bündnisses einbezogen wird. Stoltenberg betonte, es gehe um die Verteidigung. Einige Mitgliedstaaten wie die USA verfügen aber auch über die Möglichkeit, selbst Cyberangriffe zu führen.
Schon der Nato-Gipfel in Wales 2014 hatte beschlossen, dass Cyber-Angriffe als möglicher Auslöser des Bündnisfalles nach Artikel 5 betrachtet werden können. Stoltenberg betonte, solche massiven Angriffe seien aber nicht der einzige Bereich, wo die Abwehr wichtig sei. Es gehe auch darum, Datennetzwerke der Nato und ihrer Verbündeten bei kleineren Operationen wirksam zu schützen.


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