11.02.2016, 14:40 Uhr

Migros hat den besten Webauftritt, Post und ZKB folgen

Migros hat den besten Webauftritt derjenigen Schweizer Unternehmen, die nicht an der Börse kotiert sind. Die meisten Unternehmen haben Nachholbedarf in Sachen Transparenz, sagt eine Studie.
Die Beratungsfirma «Lundquist» hat 29 Webauftritte von nicht-börsenkotierten Schweizer Firmen einem Stresstest unterzogen. Im Zentrum der Studie stand die Frage, wie gut die Unternehmen bei ihrer Kommunikation den Ansprüchen und Wünschen ihrer Aktionäre gerecht werden. Das Ergebnis: Sechs Unternehmen bestanden den Test. Was nach wenig klingt, ist gemäss der Studie «eine markante Steigerung gegenüber dem Vorjahr». Da fielen sämtliche Firmen durch. Durchfallen bedeutet für Lundquist, weniger als 50 Prozent der maximalen Punktzahl zu erreichen.
Den besten Webauftritt hat gemäss der Studie Migros, die sich im Vergleich zum Vorjahr auch am stärksten verbesserten (+7 Ränge). Punkten konnte Migros mit einer ausführlichen «About us»-Sektion, in der Informationen zu Geschäftszielen, Organisationsstruktur und Unternehmensgeschichte zu finden sind. Ausbaufähig sei die Präsentation der Finanzinformationen. Kennzahlen zu Schulden und Finanzzielen oder eine grobe Strategieübersicht seien wichtig für Investoren und Partner. Hinter Migros folgen Post und die Zürcher Kantonalbank. Letztere überzeugte die Studienautoren im Gegensatz zum Detailhändler mit ihren Finanzinformationen. Dafür sei der Pressebereich ausbaufähig. Die Post punktet mit Funktionalität und Zugänglichkeit der Webseite, erhält dafür Minuspunkte im Karrierebereich der Seite.

Karrierebereich vernachlässigt

Die Karrieresektion scheint grundsätzlich vernachlässigt zu werden. Die Studienautoren empfehlen den Unternehmen, mehr Zeit in die Personalisierung des Karrierebereichs auf ihren Webseiten zu investieren. Einerseits weil dieser Bereich bei jeder Firmenwebseite mitunter am meisten besucht wird. Anderseits, weil sie mit den grossen, namenhaften Firmen in direkter Konkurrenz um die besten Talente am Markt stehen. Anstatt durch einen gelungenen Auftritt Punkte im «War of Talents» zu sammeln, werde dieser aber vernachlässigt. Nur 24 Prozent der Unternehmen würden einen HR-Konakt angeben, lediglich 21 Prozent würden Angabe zum Rekrutierungsprozess machen. In diesem Zusammenhang heben die Autoren Hilti positiv hervor. Der Werkzeughersteller überzeuge die Studienautoren mit einem kompakten Karrierebereich, in dem Informationen textuell und multimedial aufbereitet werden und Links zu seinen Social-Media-Kanälen anbietet.

Reports Mangelware

Gemäss den Autoren publizieren auch zu wenige Firmen einen Nachhaltigkeitsreport. Nur 45 Prozent würden dies tun. Immer öfters würden sich Stakeholder durch solche Berichte über die Tätigkeiten einer Firma im sozialen und ökologischen Bereich informieren. Das gleiche Problem beim Geschäftsbericht: Nur 66 Prozent publizieren ihre Jahresergebnisse auf der Webseite. Diese seien dann oft als PDF-Format erhältlich und die Kennzahlen schwer auffindbar. Lediglich 28 Prozent würden Informationen zu R&D-Investments liefern. Doch nur weil man nicht börsenkotiert sei, könne man den Markt nicht ignorieren. Man müsse für potenzielle Partner interessant sein und einen guten Ruf in der Gesellschaft aufbauen. Gut sei deshalb, dass 83 Prozent der Firmen ihr Management abbilden, oft mit Gesichtern und Kurz-Bios zu den Namen. Obwohl auch nicht-kotierte Firmen auf dem Finanzmarkt aktiv sein und Partner suchen sollten.
Gut bewertet wird die Öffentlichkeitsarbeit. 90 Prozent publizieren Medienmitteilungen auf ihren Webseiten, eine grosse Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (58 Prozent). Sie verpassen es allerdings, ihre News über verschiedene Kanäle an die Öffentlichkeit zu tragen und vertrauen stattdessen darauf, dass die Journalisten sie auf der Webseite finden.
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Die Rangliste

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Lundquist hat für die Studie gemeinsam der britischen Webagentur Comprend 29 Auftritte von nicht-kotierten Schweizer Unternehmen untersucht. Dem gleichen Test wurden letztes Jahr brsenkotierte Firmen unterzogen. Es gewann Swisscom vor ABB und Sika.


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