PureSystems 11.04.2012, 18:07 Uhr

IBM hilft beim Konsolidieren

IBM lanciert zwei Komplettlösungen für Grossunternehmen und Service-Provider: PureFlex liefert Infrastruktur mit Computing, Netzwerk und Speicher, PureApplication addiert den Anwendungs-Layer.
Martin Schnider sieht IBMs PureSystems gut aufgestellt gegen Bundles der Wettbewerber
Kosten sparen durch Konsolidieren und Standardisieren ist eine Hauptaufgabe von CIOs. Bisher waren Pakete wie die Vblocks von Cisco, EMC und VMware oder auch Standard-Komponenten diverser Hersteller eine Möglichkeit, um im Serverraum oder Rechenzentrum aufzuräumen. IBM war einer der Lieferanten. Mit den neuen Produkte der PureSystems-Familie will es «Big Blue» dem IT-Leiter ermöglichen, Altsysteme abzulösen, Ressourcen neu bereitzustellen und Komplexität zu reduzieren. Zwei PureSystems-Produkte lanciert IBM: Das PureFlex-System integriert Computing, Netzwerk und Speicher in einer Maschine. PureApplication baut auf der PureFlex-Infrastruktur auf und ergänzt sie um den Anwendungs-Layer plus branchenspezifische Abläufe. Beide Lösungen sollen fertig konfiguriert bestellt werden können. Hierzulande will IBM bereits Interessenten gefunden haben – verrät aber keine Namen.

Variabilität integriert

Die Infrastruktur-Komponente PureFlex besteht aus Servern mit Power7- oder Intels Sandy-Bridge-Prozessoren. Beim Netzwerk hat der Kunde die Wahl zwischen Ethernet-, Glasfaser- oder IBMs InfiniBand-Technologie. Die Storage basiert ebenfalls auf Standards. Alle Hardware lässt sich mithilfe einer einheitlichen Management-Lösung verwalten, die zudem Virtualisierung unterstützt. Dabei gibt sich IBM gleichfalls offen: Neben dem eigenen PowerVM lassen sich auch virtuelle Ressourcen von Microsoft (Hyper-V), Red Hat (KVM) und VMware (ESX) managen. PureFlex hat laut Martin Schnider, Leiter Systems & Technology Group von IBM Schweiz, im Vergleich mit Wettbewerberprodukten den Vorteil der Modularität bei gleichzeitig hohen Integriertheit. Die Hardware-Bauteile könnten fast beliebig kombiniert werden, liessen sich aber trotzdem einheitlich verwalten. Ein PureFlex-System funktioniert gemäss Schnider auch im Verbund mit anderen Lösungen. Schnittstellen zu Management-Tools von zum Beispiel BMC oder Microsoft seien vorhanden – die Anwender büssten dann allerdings den Vorteil der einheitlichen Plattform ein. Nächste Seite: Know-how mit im Paket Die PureApplication-Systeme stattet IBM zusätzlich mit zum Beispiel Datenbank, Middleware und Anwendungen aus. Die Lösungen sollen ausserdem Software-Logiken mitbringen, die wiederkehrende oder branchenspezifische Abläufe automatisieren helfen. Diese «Patterns of Expertise» haben IBM-Ingenieure selbst entwickelt, Partner steuern sie bei oder Kunden implementieren die Algorithmen selbst.
Die «IBM Patterns» liefert der Hersteller mit. Sie automatisieren zum Beispiel Aufgaben wie Bereitstellung, Konfiguration oder laufende Updates. Von Partnern zugeliefert werden können «ISV Patterns», die von IBM zertifiziert werden müssen. Über 125 Anbieter haben diese Prüfung bereits bestanden, darunter Infor, Juniper, Riverbed, SAP, SAS, Siemens, Sophos, SugarCRM, Suse und VMware. Temenos ist ein Beispiel eines Independend Software Vendors (ISV) aus der Schweiz, dessen Kernbankenlösung auf PureApplication laufen kann. Schliesslich sollen IT-Organisationen ihr Know-how über selbst entwickelte Anwendungen in «Kunden-Patterns» packen können. PureApplication-Systeme sind laut IBM-Manager Schnider auch eine Grundlage für den Aufbau einer Cloud. Da die Lösungen im eigenen Rechenzentrum betrieben werden, können hierzulande häufig genannten Einwänden gegen Cloud-Anwendungen begegnet werden. Mithilfe der SmartCloud Services in der Public Cloud lassen sich aber Anwendungen entwickeln und testen, bevor sie in die Private Cloud auf PureSystems transferiert und dann intern betrieben werden können.


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