19.01.2017, 10:12 Uhr

Netzwerkverwaltung aus der Cloud

Der deutsche Netzwerkspezialist Lancom bringt eine Cloud-Lösung für seine Produkte. Selbst Nicht-Spezialisten sollen damit Rollouts im grossen Stil meistern können.
Firmennetzwerke nehmen ständig an Komplexität zu. Den Wust an Switches, Routern sowie Access Point fürs WLAN und deren Conroller einzurichten, zu konfigurieren und umzukonfigurieren sowie im täglichen Betrieb zu verwalten, wird immer schwieriger. Zudem sind immer weniger Fachkräfte zu finden, die genug Know-how haben, solche Netzwerkinfrastrukturen zu verwalten.
Der deutsche Networking-Spezialist Lancom Systems mit Sitz in Würselen bei Aachen will nun mit einer Cloud-Lösung diese Problematik angehen. Die Lancom Management Cloud (LCM) bedient sich dabei verschiedener Techniken aus den Bereichen Software-definierte Netze und Weitverkehrsnetze (SDN und SD-WAN). Damit habe man versucht, die arbeitsintensiven Tätigkeiten bei der Einrichtung und Verwaltung von LAN, WAN und WLAN zu automatisieren, berichtet Stefan Herrlich, geschäftsführender Gesellschafter von Lancom, im Gespräch mit Computerworld. «Wir haben uns angeschaut, wie heute Netzwerkinfrastruktur konzipiert, konfiguriert und ausgerollt wird sowie diese Prozesse nun in unserer Cloud-Lösung abgebildet», erklärt Herrlich. Nächste Seite: Massenrollout in fünf Minuten

Ein paar Antworten genügen

Im Grunde genommen könnten nun auch Nicht-Fachkräfte grössere Netzwerk-Rollouts vornehmen – und das in nur fünf Minuten, verspricht Herrlich. Dabei müssten lediglich fünf bis sechs Fragen beantwortet werden, meint er und gibt folgendes Beispiel: «Bei einer WLAN-Installation an 500 bis 1000 Standorten müsste man angeben wie das WLAN heissen, welche SSID verwendet, auf welchen Frequenzen gefunkt werden, ob der Zugang offen oder gesichert sein soll sowie ob Limitierungen eingerichtet werden müssen. Aufgrund dieser Angaben berechnet ein Algorithmus automatisch die notwendigen Anpassungen in der Konfiguration aller beteiligten Komponenten, also dem Router, dem Switch, dem Access Point oder dem Controller.»
Dieses Prozedere soll auch bei Änderungen an der Konfiguration möglich sein, etwa wenn ein neues Gäste-WLAN an einem Standort eingerichtet werden soll. Allderings versteht sich die LMC derzeit nur mit den hauseigenen Netzwerkprodukten, Geräte von Dritten lassen sich somit noch nicht aus der Cloud der Deutschen verwalten.

Ab Mai verfügbar

Gehostet wird die Cloud-Lösung zunächst in Rechenzentren in Deutschland. Man habe aber auch bereits Gespräche mit Schweizer Providern geführt, berichtet Herrlich. Derzeit seien noch Tests bei ersten Pilotkunden am laufen. Der offizielle Launch sei auf der Cebit geplant. Verfügbar wird die LMC dann ab 1. Mai 2017.


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