Open Source als Motor der Digitalisierung

Offene Kultur ist Pflicht

Open Source funktioniert nur, wenn viele Entwickler ihre Erfahrungen und Fähigkeiten in gemeinsame Projekte einbringen. Voraussetzung dafür ist eine offene und hierarchiefreie Kommunikation. Das hat der amerikanische Informatiker Melvin Edward Conway bereits in den 1960er-Jahren erkannt. Laut seiner als «Conway’s Law» bekannten Regel spiegelt die Struktur von Systemen die Kommunikationsstruktur der sie produzierenden Organisationen wider. Entwickeln etwa drei Teams eine Software, wird diese aus drei grossen Subsystemen bestehen. Diese werden umso besser inte­griert sein, je reibungsloser die Kommunikation zwischen den Entwicklerteams funktioniert. Sind sich die Arbeitsgruppen dagegen nicht grün und arbeiten mehr gegen- als miteinander, ist das Projekt zum Scheitern verurteilt oder wird zumindest massive Defizite aufweisen.
Für Unternehmen, die vermehrt auf Open Source setzen, stellen sich daher auch Fragen der Organisation. «Es ist ein kultureller Wandel notwendig», betont Jan Wildeboer. «Mit dem Beharren auf überkommenen Strukturen sind hohe Kosten und Risiken verbunden.» Red Hat hat dazu das Open Decision Framework entwickelt. Es basiert auf fünf Kernprinzipien, die den Wandel zu einer offenen Unternehmenskultur unterstützen sollen. Nicht überall stosse der Ansatz allerdings auf Begeisterung, so der Red-Hat-Evangelist: «Vor allem das mittlere Management fühlt sich durch die Veränderungen angegriffen.»

Fazit & Ausblick

Open Source bildet heute die Basis nahezu jeder IT-Infrastruktur, jeder Cloud und jedes IoT-Geräts. Die Vorteile haben mittlerweile sogar erklärte Open-Source-Gegner wie Microsoft überzeugt. Die Erstellung von Open-Source-Software ist in vielen Fällen schneller und kostengünstiger, weil nicht nur auf interne Entwicklerressourcen zurückgegriffen werden kann. Die grosse Developer-Gemeinschaft und die Quell­offenheit ermöglichen es, Fehler schneller zu finden, was OSS oft robuster und sicherer macht als entsprechende proprietäre Programme.
Um die in der digitalen Transformation geforderte Agilität zu erreichen, genügt es allerdings nicht, proprietäre Systeme einfach nur durch Open-Source-Software zu ersetzen. Ganz entscheidend ist darüber hinaus die Erkenntnis, dass sich auch die Firmenkultur verändern muss – und dass die Prinzipien der Open-Source-Entwickler-Community auch in anderen Unternehmensbereichen zur Anwendung kommen müssen.
Open-Source-Organisationen
Organisation Zweck
Free Software Foundation (FSF) 1985 von Richard Stallman zur Förderung freier Software gegründet. Der Schwerpunkt liegt auf dem GNU-Projekt sowie den Copyleft-Lizenzen GPL, LGPL und AGPL. Die FSF hat nach einigen Angaben mehr als 4000 Mitglieder in 76 Ländern
Free Software Foundation Europe (FSFE) Unabhängige Schwesterorganisation der FSF in Europa. Zu den Schwerpunkten gehören politische und Öffentlichkeitsarbeit, die Förderung freier Software in der öffentlichen Verwaltung sowie rechtliche Aspekte bei der Erstellung und Nutzung freier Software
International Free and Open Source Software Foundation (iFOSSF) Organisation zur Förderung offener Technologien und Gesellschaften; unterstützt gemeinnützige Organisationen, Unternehmen und Entwicklungsländer bei der Nutzung von Open-Source-Technologien
Linux Foundation Zusammenschluss der Open Source Development Labs (OSDL) und der Free Standards Group (FSG). Zielist die Förderung und Standardisierung von Linux; über 100 Industrieunternehmen sind Mitglied; zu den Hauptsponsoren gehören AT&T, Cisco, Fujitsu, Google, IBM, Intel, Microsoft und VMware
Organization for the Advancement of Structured Information Standards (OASIS) Die OASIS arbeitet an der Entwicklung, Vereinheitlichung und Verbreitung offener Standards in zahlreichen Gebieten (Security, Blockchain, IoT, Mobility und so weiter). Zu den bekanntesten OASIS-Standards gehören AMQP, MQTT, SAML und OpenDocument; Gründungsmitglieder sind Cryptsoft und IBM. Zu den circa 50 Sponsoren zählen Accenture, Adobe Systems und Cisco, aber auch die Europäische Union und das US-Verteidigungsministerium
Open Invention Network (OIN) Ziel des OIN ist es, Rechtsstreitigkeiten um Software-Patente zu vermeiden. Dazu kauft das Netzwerk Patente auf und stellt sie der Community gebührenfrei zur Verfügung. Zu den Mitgliedern gehören Google, IBM und Toyota. Die Liste der Lizenznehmer umfasst mehr als 3000 Unternehmen
Open Software Initiative (OSI) Die 1998 von Bruce Perens und Eric S. Raymond gegründete Organisation hat die Förderung und Verbreitung von Open-Source-Software zum Ziel. Sie prüft unter anderem Lizenzen auf ihre Kompatibilität zur Open-Source-Definition. Im Unterschied zur FSF geht es der OSI weniger um die weltanschauliche und gesellschaftliche Bedeutung freier Software, sondern mehr um deren wirtschaftliche Verwertung; zu den Premium-Sponsoren gehören Adblock Plus (eye/o), AWS, DigitalOcean, Google, Facebook, Microsoft, IBM und Intel
Open-Source-Organisationen
Organisation Zweck
Free Software Foundation (FSF) 1985 von Richard Stallman zur Förderung freier Software gegründet. Der Schwerpunkt liegt auf dem GNU-Projekt sowie den Copyleft-Lizenzen GPL, LGPL und AGPL. Die FSF hat nach einigen Angaben mehr als 4000 Mitglieder in 76 Ländern
Free Software Foundation Europe (FSFE) Unabhängige Schwesterorganisation der FSF in Europa. Zu den Schwerpunkten gehören politische und Öffentlichkeitsarbeit, die Förderung freier Software in der öffentlichen Verwaltung sowie rechtliche Aspekte bei der Erstellung und Nutzung freier Software
International Free and Open Source Software Foundation (iFOSSF) Organisation zur Förderung offener Technologien und Gesellschaften; unterstützt gemeinnützige Organisationen, Unternehmen und Entwicklungsländer bei der Nutzung von Open-Source-Technologien
Linux Foundation Zusammenschluss der Open Source Development Labs (OSDL) und der Free Standards Group (FSG). Zielist die Förderung und Standardisierung von Linux; über 100 Industrieunternehmen sind Mitglied; zu den Hauptsponsoren gehören AT&T, Cisco, Fujitsu, Google, IBM, Intel, Microsoft und VMware
Organization for the Advancement of Structured Information Standards (OASIS) Die OASIS arbeitet an der Entwicklung, Vereinheitlichung und Verbreitung offener Standards in zahlreichen Gebieten (Security, Blockchain, IoT, Mobility und so weiter). Zu den bekanntesten OASIS-Standards gehören AMQP, MQTT, SAML und OpenDocument; Gründungsmitglieder sind Cryptsoft und IBM. Zu den circa 50 Sponsoren zählen Accenture, Adobe Systems und Cisco, aber auch die Europäische Union und das US-Verteidigungsministerium
Open Invention Network (OIN) Ziel des OIN ist es, Rechtsstreitigkeiten um Software-Patente zu vermeiden. Dazu kauft das Netzwerk Patente auf und stellt sie der Community gebührenfrei zur Verfügung. Zu den Mitgliedern gehören Google, IBM und Toyota. Die Liste der Lizenznehmer umfasst mehr als 3000 Unternehmen
Open Software Initiative (OSI) Die 1998 von Bruce Perens und Eric S. Raymond gegründete Organisation hat die Förderung und Verbreitung von Open-Source-Software zum Ziel. Sie prüft unter anderem Lizenzen auf ihre Kompatibilität zur Open-Source-Definition. Im Unterschied zur FSF geht es der OSI weniger um die weltanschauliche und gesellschaftliche Bedeutung freier Software, sondern mehr um deren wirtschaftliche Verwertung; zu den Premium-Sponsoren gehören Adblock Plus (eye/o), AWS, DigitalOcean, Google, Facebook, Microsoft, IBM und Intel


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