Bitcoins 04.04.2013, 13:46 Uhr

die digitale Währung sorgt für Wirbel

Bitcoins. Durch einen explosionsartigen Wertgewinn ist die digitale Währung momentan in aller Munde. Doch in der gestrigen Nacht wurden Bitcoin-Anleger Opfer eines DDos-Angriffs, der Wert sank um 15 Prozent. Soll jetzt investiert werden? Oder irgendwann in Zukunft? Oder ist die Bubble bereits geplatzt?
Bitcoins erleben momentan einen enormen Kursanstieg. Wie lange geht das so weiter?
Bitcoins sind eine unabhängige Währung, die dezentral im Netz erzeugt und verwaltet werden. Kein Land bürgt für sie, keine Bank akzeptiert sie. Dies ist die kurze Erklärung, was Bitcoins sind. Was Bitcoins wirklich darstellen, darüber wird seit ihrem Auftauchen vor drei Jahren spekuliert, angefangen bei der Frage, ob das überhaupt Geld sein soll (momentaner Stand der Diskussion: ja).

Viele Vorteile

Fakt jedenfalls ist, dass es einen Markt für Bitcoins gibt und dass der Wert aller gehandelten Bitcoins vor einigen Tagen über eine Milliarde Dollar betrug. Zum Vergleich: am 1. Januar hatte ein Bitcoin einen Wert von 13 Dollar, momentan liegt er bei rund 134 Dollar. Der Wertexplosion folgte ein gesteigertes Interesse der Öffentlichkeit, Google-Trends notierte Rekordwerte für Suchanfragen zu diesem Thema. Die Begeisterung ist nachvollziehbar, auf Bitcoins müssen keine Steuern gezahlt werden, sie können nicht vom Staat beschlagnahmt werden und man ist bei Transaktionen, die problemlos über mehrere Kontinente ohne Verzögerung ausgeführt werden können, vollständig anonym. Zudem wird es aufgrund der Beschaffenheit der Bitcoins maximal 21 Millionen Stück davon geben, sie sind also auch inflationsgeschützt. Wer selber zum Bitcoin-Käufer werden will, findet in der New York Times» einen Artikel dazu.

Einige Nachteile

Gestern aber folgte die erste Ernüchterung für die Anleger seit langer Zeit. Als der bisherige Peak von 147 Dollar erreicht wurde, zeigte sich ein Schwachpunkt der Währung: Mt. Gox, eine der grössten Bitcoin-Börsen (80 Prozent der Bitcoin-Trades in US-Dollar werden nach eigenen Angaben dort gehandelt), musste in der Nacht Serverprobleme vermelden. Sechs bis sieben Sekunden dauerte es, bis Trades ausgeführt wurden, schreibt das Unternehmen auf Facebook. Schuld sei eine DDoS-Attacke gewesen, die nach wie vor andauert. Gox-Sprecher Gonzague Gay-Bouchery rät den Leuten darum, momentan nicht mehr zu investieren, als sie verlieren wollen. Lesen Sie auf der nächsten Seite: Weitere Negativschlagzeilen

Weitere Negativschlagzeilen

Doch das ist nicht die einzige Nachricht, die für Bitcoin-Fans ungelegen kommt. So rät Forbes davon ab, die Währung zu kaufen. Grund: Die Bubble soll bald platzen. Klar, jeder Graph der so aussieht, geht irgendwann runter, Beweise dafür gibt es genug. Aber die Anleger wissen das auch und können sich darauf einstellen. Das Problem bei Bitcoins ist darum eher, dass sie wie alle Währungen auf Vertrauen beruht. Beziehungsweise auf Misstrauen, wie Felix Salomon, der Finance-Blogger von Reuters, erklrt. Da das Geld selbst keinen Wert hat und es keine Zentralbanken gibt, die den Wert der Währung beeinflussen, liegt es nur an den Händlern selber, ob Angebot oder Nachfrage steigen. Und je mehr Negativschlagzeilen geschrieben werden, je eher sinkt das Vetrauen in die Währung. Mt. Gox ist das neuste Beispiel, doch es gab in der Vergangenheit hnliche Vorflle, in denen sich Cyberkriminelle mit Bitcoins bereicherten. Was sollen die Anleger dagegen machen? Die «Bitcoin-Börsen» sind wie man bei Mt. Gox sieht nicht sicher vor Hackern, das Horten der Bitcoins auf dem eigenen PC ist aber noch unsicherer. Keine guten Voraussetzungen für eine stabile Vertrauensbasis. Und weil Bitcoins inflationsgeschützt sind, gibt es ein anderes Problem: Deflation. Falls Millionen Menschen Freude an Bitcoins finden, würde eine Hyperdeflation stattfinden, vermutet Salomon. Weil es nur eine begrenzte Anzahl Bitcoins gibt, würden diese zwar an Wert zunehmen, alles andere aber massiv an Wert verlieren. So würde niemand mehr Bitcoins für irgendetwas ausgeben, denn einige Tage später wäre es deutlich billiger zu haben, der Bitcoin-Kreislauf würde zum Stillstand kommen.

Soll ich kaufen?

Das ist aber Zukunft. Ob heute oder morgen in Bitcoins investiert werden soll, muss jeder für sich entscheiden. Sicher ist, dass am Ende nur diejenigen damit Gewinn machen, die sich mit der Thematik intensiv auseinandersetzen. Und damit ist Bitcoin schlussendlich doch ein Tauschmittel wie jedes andere: auf jeden Gewinner kommt jemand, der damit verliert.


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