40 Millionen futsch 28.08.2020, 16:06 Uhr

Gescheitertes IT-Projekt drückt Helvetia in die roten Zahlen

Die Helvetia ist im ersten Halbjahr in die roten Zahlen gerutscht. Grund dafür ist unter anderem ein Abschreiber auf ein IT-Projekt.
Der Hauptsitz der Helvetia in St. Gallen
(Quelle: Helvetia)
Helvetia ist im ersten Semester 2020 in die roten Zahlen gerutscht. Neben der Corona-Krise belastete unter anderem auch ein Abschreiber auf ein Informatikprojekt die Rechnung. Letzteren bezifferte der Versicherer in einer Mitteilung von dieser Woche auf rund 40 Millionen Franken. Nötig wurde er, weil ein bereits mehrere Jahre dauerndes Projekt zur Erneuerung der Datenverarbeitung gestoppt wurde.
Beim IT-Projekt, das nun abgebrochen wurde, handelt es sich laut Communiqué um ein mehrjähriges Entwicklungsprogramm zur umfassenden Erneuerung der Nichtleben-Backend-Systeme. Im Rahmen der Digitalisierungsvorhaben habe man die Ausrichtung des eigenen Projektportfolios grundlegend überprüft, schreibt das Unternehmen. Dabei sei entschieden worden, das Programm zu beenden und sich «noch konsequenter auf die Digitalisierung im Kunden- und Partnerkontakt zu fokussieren».
Damit will die Helvetia laut eigenen Angaben den in den letzten Monaten nochmals deutlich angestiegenen Bedürfnissen zur digitalen Interaktion im Versicherungsgeschäft Rechnung tragen. Zudem möchte der Versicherer durch eine weitere Standardisierung die Prozesseffizienz im Kerngeschäft weiter steigern.
Vor Steuern schreibt die Helvetia im ersten Halbjahr einen Verlust von insgesamt 20 Millionen Franken. Ohne den Sondereffekt hätte somit ein Gewinn herausgeschaut, hielt der Versicherer fest. Im Vorjahr wurde noch ein Gewinn von 290 Millionen ausgewiesen.
Ein grösserer Stellenabbau ist laut Konzernchef Philipp Gmür nicht vorgesehen. Weder der Abbruch des IT-Projekts noch die stärkere Digitalisierung des Kunden- und Partnerkontakts soll Arbeitsplätze kosten. «Wir brauchen IT-Leute für die weitere Digitalisierung und die Produktion von Standardlösungen», erklärte er an einer Telefonkonferenz. Und mit Blick auf die Kunden meinte er, dass diese immer noch auf die persönliche Beratung angewiesen seien. Der Kontakt finde aber zunehmend über digitale Kanäle statt.


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