Digitalwährung 04.11.2020, 16:30 Uhr

EZB-Chefin will Meinung der Bürger zu digitalem Euro hören

Auch die Europäische Zentralbank denkt offenbar immer konkreter über die Einführung einer digitalen Währung für den Euro-Raum nach. EZB-Chefin Christine Lagarde wagte einen ungewöhnlichen Schritt: Sie bat die Bürger um ihre Meinung zu dem Projekt.
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Staatliche Krypto-Währungen, die auf der Blockchain-Technolgie basieren, aber von den jeweiligen Zentralbanken abgesichert sind – die Haltungen dazu sind unter den Regierungen weltweit geteilt. Aus den Reihen der Schweizerischen Nationalbank war vor Kurzem zu hören, dass sie ihre Entwicklungsarbeit für eine Digitalwährung noch im Dezember vorstellen will (Computerworld berichtete). Im Fokus einer Zusammenarbeit mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich steht dabei der Anwendungsfall eines «tokenisierten Frankens», der insbesondere die Prozesse im Wertschriftenhandel beschleunigen soll. Davon würden also vorerst nur Finanzinstitute profitieren.
Die EZB-Chefin, Christine Lagarde, äussert sich auf Twitter zu einem möglichen digitalen Euro.
Quelle: Twitter / com! professional / Screenshot
Auch die Europäische Zentralbank EZB beschäftigt sich schon seit einiger Zeit mit Plänen für einen digitalen Euro. Das hat die EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Wochenende in einem Tweet bestätigt. Die französische Politikerin, die vor genau einem Jahr als Nachfolgerin von Mario Draghi den EZB-Chefposten einnahm, nutzte den Kanal für eine Video-Botschaft. Sie forderte die Bürger auf, ihre Meinung zu einer digitalen Währung abzugeben, die nicht, wie private Krypto-Währungen wie Bitcoin oder Etherum, dem freien Spiel der Spekulation ausgesetzt wäre, sondern von der EZB gestützt würde. In der Botschaft betont Lagarde, dass ihre Behörde noch in einer frühen Planungs- und Beratungsphase sei. Wichtig ist ihr offensichtlich, vor allem Bedenken hinsichtlich der Verlässlichkeit eines solchen digitalen Euro zu zerstreuen.
Privaten Kryptowährungen wie Bitcoin oder Etherum hängt dagegen immer noch der Ruf nach, ein hoch-volatiles Spekulationsobjekt für zweifelhafte Finanztransaktionen zu sein. Auch um die Sicherheit des virtuellen Geldes muss man sich durchaus Sorgen machen. So berichtete vor wenigen Tagen der Netzwerkanbieter Atlas VPN von bereits über 300 Cyber-Raubzügen in diesem Jahr mit einem Gesamtschaden von über 13 Milliarden US-Dollar.
Mehr zu den Plänen der Notenbanken im Zusammenhang mit Digitalwährungen und auch anderen technologischen Entwicklungen, die den Schweizer Finanzplatz antreiben, können Sie in der Titelstory unserer Oktober-Ausgabe «Banking-Zukunft» nachlesen. Zu finden ist sie unter diesem Link, das Heft können Sie hier nachbestellen.


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