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Lesedauer 5 Min.

Spezialisten lösen Ihr Chaos nicht

Partner-Chaos, Cloud-Chaos und jetzt KI-Chaos: Das sind keine Phasen, die einander ablösen, sondern Symptome desselben Problems. Es braucht einen Partner, der alle Disziplinen zusammen denkt. Heute mehr denn je.
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Das Gesamtziel braucht mehr als Spezialisten: einen Full-Service-Provider, der die Verantwortung fürs Ganze übernimmt.

© AdobeStock/lassedesignen

Vor einigen Jahren habe ich an dieser Stelle über das Partner-Chaos geschrieben: die vielen externen Anbieter, mit denen Unternehmen für Netzwerk, Storage, Security oder Backup zusammenarbeiteten, jeder zuständig für sein eigenes Stück, niemand für das Ganze. Sobald etwas zwischen zwei Zuständigkeiten lag oder schiefging, verwies ein Anbieter auf den anderen, und der Kunde blieb mit dem Problem allein zurück.

Das Cloud-Chaos, von dem seither oft als eigenständigem, neuerem Problem die Rede ist, ist in Wahrheit dieselbe Geschichte in neuer Verkleidung: Auch Speicherplatz, SaaS-Anwendungen und Disaster-Recovery-Lösungen kommen von unterschiedlichen Anbietern, die sich wiederum nur um ihr eigenes Stück kümmern. Es handelt sich nicht um ein zweites Kapitel, das auf das erste folgt, sondern um denselben Mechanismus, nur auf einem neuen Feld: Verantwortung liegt verteilt auf viele Schultern, und niemand trägt sie für das Zusammenspiel.

Nun kommt künstliche Intelligenz hinzu, und sie schafft kein neues Problem, sondern macht sichtbar, wie ungelöst das bestehende ist. Denn KI läuft nicht neben Cloud, Security und Prozessen her, sondern mitten durch sie hindurch. Sie greift auf Daten zu, die irgendwo in einer Cloud-Umgebung liegen, nutzt Identitäten, die eine Security-Abteilung verwaltet, und verarbeitet Informationen aus Anwendungen, die zehn verschiedene Partner betreuen. Wer schon beim Partner- oder Cloud-Chaos keine Gesamtverantwortung hatte, hat sie jetzt erst recht nicht.

Tools werden gekauft, Verantwortung nicht

In Gesprächen mit Geschäftsführenden und IT-Leitenden erlebe ich dieselbe Erwartungshaltung wie schon bei der Cloud: Man kauft eine Lizenz, stellt das Tool den Mitarbeitenden hin und hofft, der Nutzen stelle sich von selbst ein. Eine Abteilung testet ChatGPT, eine andere Microsoft Copilot, eine dritte lässt Mitarbeitende eigene Tools ausprobieren, und niemand legt fest, welche Daten eingegeben werden dürfen oder wer im Ernstfall dafür geradesteht. Bei Gemeinden, Banken oder im Gesundheitswesen ist das keine akademische Frage, sondern eine, die über den Einsatz entscheidet.

Dabei zeigt sich, wie gross das ungenutzte Potenzial ist. Der Anteil der Schweizer KMU, die KI aktiv in ihre Arbeitsprozesse einbinden, ist laut aktuellen Studien innert Jahresfrist deutlich gestiegen, genutzt wird aber überwiegend Oberflächliches wie Übersetzungen oder Korrespondenz. Tiefere Prozessintegration bleibt die Ausnahme, unter anderem weil dafür genau jenes Zusammenspiel aus Daten, Systemen und Berechtigungen fehlt, das schon beim Cloud-Chaos ungeklärt war. Das Potenzial liegt also nicht brach, weil KI schlecht wäre, sondern weil die Grundlagen aus früheren Technologiewellen nie sauber bereinigt wurden.

Warum es jetzt erst recht einen Partner braucht

Genau hier zeigt sich, warum ein Full-Service-Provider heute wichtiger ist als je zuvor - nicht, weil KI besonders kompliziert wäre, sondern weil sie alle bestehenden Baustellen gleichzeitig offenlegt. Ein Partner, der nur Cloud versteht, hilft an dieser Stelle so wenig wie einer, der nur KI versteht. Gebraucht wird jemand, der Cloud, Security, Daten, Prozesse und KI als ein zusammenhängendes System begreift und dafür auch tatsächlich Verantwortung übernimmt, statt nur die Technologie zu liefern.

Ein zentraler Irrtum hält sich dabei hartnäckig: Künstliche Intelligenz könne organisatorische Schwächen ausgleichen. Das Gegenteil ist der Fall. KI automatisiert gut laufende Prozesse schneller und analysiert saubere Daten präziser, sie repariert aber keine chaotischen Abläufe, validiert keine Informationen und ersetzt keine fehlende Governance. Herrscht bereits Unordnung, beschleunigt sie diese nur. Wer bereits Ordnung in die Prozesslandschaft und in die Daten gebracht und Governance in Cloud und Security etabliert hat, kann von KI massiv profitieren. Wer diese Grundlagen nicht hat, bekommt mit KI vor allem eines zu spüren: die eigenen Schwächen.

KI automatisiert gut laufende Prozesse schneller und analysiert saubere Daten präziser, sie repariert aber keine chaotischen Abläufe

Ralph Meyer, CEO Sonio AG
Was das für uns konkret heisst

Wir arbeiten seit Jahren mit unterschiedlichsten Unternehmen an genau diesen Baustellen, und diese Erfahrung ist der eigentliche Wert eines Full-Service-Providers: Bevor wir über ein KI-Projekt sprechen, verschaffen wir uns zuerst einen Überblick über Systeme, Prozesse und Daten unserer Kunden. Deshalb beginnen wir nicht beim Tool, sondern bei der Strategie und identifizieren gemeinsam mit dem Kunden die Prozesse mit dem grössten Potenzial.

Mit unserer AI Portfolio Journey begleiten wir Unternehmen von dieser ersten Standortbestimmung bis zur produktiven KI-Lösung: Wir betten KI-Plattformen sauber in die bestehende Cloud- und Sicherheitsarchitektur ein, statt sie als weiteren Fremdkörper danebenzustellen. Wir sorgen bei Governance, Security und Compliance dafür, dass Datenschutz und Auditierbarkeit von Anfang an mitgedacht sind. Und über Workshops, von der Einführung für Entscheidungsträger bis zum Prompting-Training für alle Mitarbeitenden, befähigen wir die Menschen, die am Ende damit arbeiten sollen. All das läuft dabei nicht getrennt von Cloud- und Security-Themen, sondern zusammen mit ihnen, in derselben Beratung, mit denselben Ansprechpartnern. Genau das unterscheidet einen Full-Service-Provider von einem weiteren Spezialisten.

Alles aus einer Hand, erst recht jetzt

Die Versuchung ist gross, für jedes Thema einen neuen IT-Infrastruktur-Partner zu engagieren: einen für den Arbeitsplatz, einen für Netzwerk und Hybrid Cloud, einen für Backup und Disaster Recovery, einen für Security und Cyber Resilience, und nun auch noch einen für KI. Damit wächst das Problem, das eigentlich gelöst werden soll: Niemand trägt die Verantwortung für das Ganze. Eine kompetente, langfristige Partnerschaft, die ein Unternehmen über all diese Disziplinen von der Strategie bis zum laufenden Betrieb begleitet, schafft dagegen einen echten Wettbewerbsvorteil. Am Ende ist das keine Frage der Technologie, sondern der Verantwortung: Wer sie für das Ganze übernimmt, schafft Ordnung. Wer sie weiter aufteilt, verwaltet nur das nächste Chaos. Es braucht einen Partner, der alle Disziplinen verbindet und die Gesamtverantwortung übernimmt. 

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© Sonio

Der Autor

Ralph Meyer, CEO der Sonio AG

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