Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Wo China Roboter einsetzen will

In Pekings Hightech-Bezirk Yizhuang, wo autonom fahrende Taxis und Essenslieferanten an den Niederlassungen grosser Tech- und Autofirmen entlangfahren, zeigt China, wo es die Zukunft humanoider Roboter sieht.
Könnte so ein künftiger Haushaltsroboter aussehen?
© (Quelle: Pete Linforth/Pixabay)

Während Roboterhunde Kunststückchen aufführen und Pfote geben, steht «GalBot» vor einem Regal mit verschiedenen Medikamenten. Per Knopfdruck können Besucher ein Produkt auswählen, das der in Peking entwickelte Roboter mit seinen langen Armen aus dem Regal nimmt und in einen Korb legt. So könne eine Apotheke 24 Stunden in Betrieb sein, sagt eine Frau, die eine Besuchergruppe durch die Ausstellung führt.

Daneben fährt «YakeBot» seinen langen Arm in den Mund einer menschlichen Attrappe für ein Zahlimplantat. Der Roboter, so versprechen es die Hersteller, soll den Eingriff effizienter machen.

Gegenüber steht «Walker» an einer Rollenbahn. Vor sich legt der Humanoid mehrere Fertigteile in eine Kiste. Die Szene soll die Arbeit in einer Fabrik simulieren, bei der Roboter einfache Tätigkeiten ausüben. Drei bis vier Stunden halte die Batterie des Humanoiden, sagt ein Mitarbeiter. Danach gehe er selbstständig an die Ladestation.

Sind Menschen also bald ihre Jobs los?

Doch der technologische Fortschritt bereitet vielen Menschen auch Sorgen, ob bald Maschinen ihre Arbeitsplätze ersetzen könnten. Gerade Chinas produzierendes Gewerbe, in dem Millionen von Menschen arbeiten, könnte davon stark betroffen sein.

«Wir glauben nicht, dass Roboter die Menschen arbeitslos machen werden, sondern dass es eher darum geht, die Effizienz zu verbessern oder dass sie Dinge tun, die Menschen nicht tun wollen», sagt Liang Liang, Vize-Direktor des Verwaltungsausschusses für die wirtschaftliche und technologische Entwicklung in Peking.

Ihm zufolge sind gefährliche Arbeitsplätze einer der ersten Einsatzorte für Roboter in der Zukunft. Oder wenn Menschen sich zum Beispiel ausruhen müssten, könne die Maschine weiterarbeiten, für bessere, billigere und nützlichere Produkte, sagt Liang.

Was hat China vor?

Liang hofft, dass die Roboter irgendwann das Labor verlassen und im echten Leben auftauchen. Bislang gibt es für die verschiedenen Anwendungen etwa in Fabriken nur Pilotversuche. Oder Unternehmen lassen Roboter arbeiten, um mit den Daten deren Künstliche Intelligenz zu trainieren.

Doch der Fortschritt ist politisch gewollt. Denn China will sich in der Technologie auch mit dem ewigen Konkurrenten aus den USA messen, wo Firmen wie der Elektroautobauer Tesla ebenfalls an Humanoiden arbeiten. In ihrem Arbeitsbericht setzte sich die Regierung für dieses Jahr das Ziel, mehr in Zukunftsindustrien wie «verkörperte AI», worunter die humanoiden Roboter fallen, zu investieren.

Peking will Begeisterung für die Technologie wecken. Zuletzt hatte ein Halbmarathon, bei dem erstmals auch Humanoide mitliefen, auch international für grosse Aufmerksamkeit gesorgt. Während der Neujahrsgala im chinesischen Staatsfernsehen - einem Lagerfeuermoment, bei dem jedes Jahr Millionen von Menschen zuschauen - führte eine Gruppe von Robotern einen minuziös choreografierten Tanz auf.

Robotik Forschung Wissenschaft
Anzeige

Neueste Beiträge

«Wir sind ein internationaler Anbieter mit einer lokalen Seele»
Der Schweizer Markt für IT-Dienstleistungen gilt als anspruchsvoll und stark umkämpft. Dennoch sieht die Var Group erhebliches Wachstumspotenzial. Im Interview erklären Massimo Fumagalli und Sladjana Timotijevic, weshalb sie auf lokale Verankerung statt auf reine Grösse setzen und welche Rolle weitere Akquisitionen bei der Expansion in der Schweiz spielen sollen.
5 Minuten
«Sicherheit schafft Vertrauen auf digitalen Marktplätzen» - Mostafa Hassanin, SMG Swiss Marketplace Group
Millionen von Menschen in der Schweiz nutzen Online-Marktplätze wie Ricardo, tutti.ch, Homegate, ImmoScout24 oder AutoScout24. Mostafa Hassanin verantwortet als Group CISO/CSO der SMG Swiss Marketplace Group die Cybersicherheitsstrategie hinter diesen Plattformen. Dabei zeigt sich: KI wird dort eingesetzt, wo sie Risiken schneller erkennbar macht und den Schutz der Nutzer:innen konkret stärkt.
6 Minuten
Kurze Newsletter-Sommerpause - In eigener Sache
Vom 27. Juli bis zum 9. August macht die Computerworld-Redaktion eine kurze Newsletter-Sommerpause. Sie bekommen in diesem Zeitraum keinen Newsletter. Den nächsten Newsletter erhalten Sie dann wieder am 10. August.
2 Minuten
26. Jul 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Davos wird zur ersten Robot City Europas
Mehr als 50 Roboter aus Europa, China und den USA arbeiten derzeit mitten in Davos. Der erste Davos Tech Summit zeigt damit erstmals Robotik-Anwendungen im öffentlichen Raum. Fachleute diskutieren zudem über Physical AI, Cybersecurity und Europas Rolle in der Robotik.
2 Minuten
KI-Rechenleistung made in Switzerland - Supercomputer
Auf dem Innovationscampus uptownBasel ist der leistungsfähigste kommerzielle KI-Supercomputer der Schweiz in Betrieb gegangen. Die Anlage bietet Unternehmen, Forschung und Behörden Zugang zu Hochleistungsrechenkapazitäten.
4 Minuten
Schweizer Funk-Uhren haben deutsche Zeit - Zeitumstellung
Am Sonntag beginnt die Sommerzeit. Um 02.00 Uhr werden alle Uhren auf 03.00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Viele Uhren erledigen dies automatisch. Aber wie eigentlich? Und sollte die Zeitumstellung nicht schon längst abgeschafft werden?
3 Minuten
27. Mär 2024
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige