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Lesedauer 3 Min.

Neue hellere Starlink-Satelliten bereiten Astronomen Sorge

Das US-amerikanische Raumfahrtunternehmen SpaceX plant eine neue Ausbaustufe für seine Satelliten-Konstellation Starlink. Die Pläne versetzen jedoch Astronomen in aller Welt in Alarmbereitschaft.
© (Quelle: Starlink)

Einer Studie der Internationalen Astronomischen Union (IAU) zufolge könnten diese deutlich heller leuchten als die bisherigen Satelliten. Das behindert astronomische Beobachtungen. Die Studie wurde bisher nicht von unabhängigen Forschenden geprüft. Veröffentlicht wurde sie im Internet.

Die neuen Satelliten sollen nicht nur, wie die bisherigen Starlink-Satelliten, überall auf der Welt per Antenne einen Zugang zum Internet bieten. Sondern diese neuen sogenannten Direct-To-Cell-Satelliten (DTC) wären wie das terrestrische Mobilfunknetz ohne Zusatzantenne direkt mit einem Smartphone erreichbar.

SpaceX hatte am 3. Januar dieses Jahres sechs Prototypen der neuen Satelliten ins All geschossen. Nach erfolgreich verlaufenen Tests beantragte das Unternehmen bei den zuständigen Aufsichtsbehörden in den USA eine Genehmigung für den Start von 7500 DTC-Satelliten, die in einer Höhe von 340 bis 345 Kilometern ihre Bahn ziehen sollen. Anlass genug für die IAU, die Auswirkungen der neuen Satelliten unter die Lupe zu nehmen.

Bis zu fünf Mal heller

Anthony Mallama und seine Kollegen vom «IAU-Zentrum für den Schutz des dunklen Himmels vor Störungen durch Satelliten-Konstellationen» sammelten nicht nur Berichte von Beobachtern aus aller Welt über die sechs bereits im All kreisenden Prototypen. Sie führten auch genaue Messungen mit dem Robot-Teleskop MMT9 an der russischen Selentschuk-Sternwarte im Kaukasus durch. Insgesamt zeigte sich, dass die neuen Satelliten bis zu 4,9-mal heller leuchten als die bisherigen Starlink-Satelliten.

Die Messungen könnten allerdings nur einen ersten Eindruck vermitteln, betonen die Wissenschaftler. Noch sei etwa unklar, wie stark die Antenne der Satelliten zu deren Helligkeit beitrage. In der Vergangenheit hat sich SpaceX durchaus gegenüber Astronomen kooperativ gezeigt: Mithilfe einer ganzen Reihe von Massnahmen - etwa weniger stark reflektierende Aussenanstriche - liess sich die Helligkeit der Satelliten vermindern.

«Sollten solche Massnahmen bei den DTC-Satelliten vergleichbar erfolgreich sein, könnte sich im günstigsten Fall die Zunahme der Helligkeit um etwa die Hälfte auf das 2,6-fache reduzieren», schreiben Mallama und seine Kollegen.

Satellit verglühte über Schweiz

 Derzeit betreibt SpaceX bereits über 6000 Starlink-Satelliten in niedrigen Erdumlaufbahnen - insgesamt sollen es einmal über 34'000 werden. Und je mehr es werden, desto schwieriger wird es für die Himmelsforscher, ungestört zu beobachten. Seit zwei Jahren betreibt die IAU daher eine eigene Satelliten-Überwachung, mit deren Hilfe die Astronomen ihre Beobachtungen planen können.

In der Schweiz wurden am Dienstagabend zahlreiche Menschen auf die Satelliten aufmerksam, als ein verglühender Starlink-Satellit für einen spektakulären Feuerschweif sorgte. Der Satellit wurde Experten zufolge nicht mehr benötigt und daher absichtlich in die Atmosphäre gesteuert, um dort zu verglühen.

Notiz:

Fachartikelnummer DOI: 10.48550/arXiv.2407.03092

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