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Lesedauer 2 Min.

Europa holt bei KI auf – KMU fallen zurück

Europäische Unternehmen verbessern ihre KI-Readiness schneller als nordamerikanische Konkurrenten. Dennoch bleibt Nordamerika insgesamt vorne. Vor allem kleinere europäische Unternehmen könnten den Anschluss an die KI-Transformation verlieren.

Der Wettlauf um die KI-Führerschaft nimmt weltweit an Tempo zu. Entscheidend sind dabei nicht nur leistungsfähige Modelle, sondern auch Daten, Prozesse und qualifizierte Mitarbeitende.

© Idee Computerworld, Umsetzung KI

Europa macht Fortschritte bei der Einführung von Künstlicher Intelligenz. Das zeigt das erstmals veröffentlichte Accenture AI Progress Barometer, das die KI-Readiness von rund 3000 der weltweit grössten Unternehmen untersucht. Demnach legten europäische Unternehmen innerhalb von sechs Monaten durchschnittlich um 1,6 Punkte zu, während nordamerikanische Unternehmen ihren Wert um 1,1 Punkte steigerten.

Trotz dieser Entwicklung bleibt Nordamerika insgesamt vorne. Unternehmen aus Nordamerika erreichen im Durchschnitt 48,9 von 100 möglichen Punkten, europäische Unternehmen kommen auf 43,1 Punkte. Besonders deutlich zeigt sich jedoch ein Unterschied innerhalb Europas: Grossunternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als zehn Milliarden US-Dollar liegen nur noch knapp hinter ihren nordamerikanischen Wettbewerbern. Kleinere Unternehmen mit einem Umsatz ab 500 Millionen US-Dollar weisen dagegen einen deutlich grösseren Rückstand auf. Nach Einschätzung von Accenture könnte diese wachsende Kluft die Wettbewerbsfähigkeit Europas beeinträchtigen. Vor allem kleinere Unternehmen müssten stärker in Datenqualität, Technologie, Fachkräfte und die Transformation ihrer Geschäftsprozesse investieren, um KI erfolgreich im grossen Massstab einzusetzen.

Mauro Macchi, CEO EMEA, Accenture

© Accenture

Mauro Macchi, CEO für EMEA bei Accenture, sagt: «Europa gewinnt beim Thema KI sichtbar an Dynamik – vor allem getrieben von den grössten Unternehmen. Diese haben erkannt, dass KI nur dann schnell und umfassend Mehrwert schafft, wenn die Technologie mit einer ganzheitlichen Transformation des Unternehmens einhergeht, statt lediglich punktuell implementiert zu werden. Dazu gehören die Anpassung von Operating-Modellen, die Neugestaltung von Arbeitsprozessen, der Ausbau von Daten- und Technologiegrundlagen sowie – ganz entscheidend – eine starke Einbindung der Führungsebene und ein wirksames Governance- und Change-Management. Wie schnell Unternehmen in die Umsetzung kommen, wird über die künftige Wettbewerbsfähigkeit Europas entscheiden.»

Auch zwischen den einzelnen Ländern gibt es Unterschiede. Frankreich, Grossbritannien und Spanien verzeichneten im Beobachtungszeitraum die stärksten Fortschritte bei der KI-Readiness. Branchenübergreifend entwickelten sich insbesondere Versicherungen, die Reisebranche sowie die Konsumgüterindustrie positiv. Versicherungen führen das Ranking an, was Accenture vor allem auf Fortschritte bei der Prozessmodernisierung und beim Ausbau der Datenbasis zurückführt.

Das AI Progress Barometer bewertet Unternehmen anhand von vier Dimensionen: strategische Ausrichtung, technologische Basis, Mitarbeitende und Kompetenzen sowie Prozess-Transformation. Die Untersuchung soll künftig halbjährlich erscheinen und die Entwicklung der KI-Readiness im Zeitverlauf dokumentieren.

Hier geht es zum ausführlichen Accenture AI Progress Barometer.

Business & IT-Strategie
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