Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

CTV 2026: Wenn aus KI Geschäft werden soll

Mehr als 1.000 Besucher und über 100 Hersteller kamen zur Channel Trends+Visions (CTV) von Also nach Köln. Im Mittelpunkt standen Künstliche Intelligenz, Security, Cloud-Services und die Frage, wie Partner daraus neue Geschäftsmöglichkeiten entwickeln können.
Also-CEO Wolfgang Krainz

CEO Wolfgang Krainz sieht die Aufgabe von Also zunehmend darin, Partner an neue Geschäftsfelder rund um KI, Security und Cloud heranzuführen

© Telecom Handel

Die Channel Trends+Visions (CTV) fand in diesem Jahr erstmals im Confex der Koelnmesse statt. Der neue Veranstaltungsort bot mehr Platz für Aussteller, Vorträge und Networking. Inhaltlich standen vor allem Zukunftsthemen im Mittelpunkt: Künstliche Intelligenz, Cybersecurity, Cloud-Services, IoT, Gaming und neue Serviceangebote für den Channel. Dabei ging es weniger um einzelne Produkte als um die Frage, wie sich neue Technologien in tragfähige Geschäftsmodelle für Fachhändler, Reseller und Systemhäuser übersetzen lassen.

Für Also-Konzernchef Wolfgang Krainz ist genau das eine zentrale Herausforderung vieler Partner. In Gesprächen mit Resellern und Systemhäusern sei immer wieder dieselbe Frage aufgetaucht: «Wie kann ich denn als SMB, als KMU, an dieser AI-Bonanza teilnehmen? Wie kann dieses Thema für mich zum Geschäft werden?» Aus seiner Sicht liegt darin auch eine Aufgabe für den Distributor. «Ich glaube, dass Also durchaus auch einen Auftrag, eine Verpflichtung hat, dass wir die Leute natürlich auch an künftige Geschäftsfelder heranführen und sie unterstützen.»

Dazu gehören Schulungen, Beratungsleistungen und neue Angebote rund um KI, Security und Cloud. Nach Angaben des Unternehmens nehmen inzwischen mehr als 40.000 Menschen pro Jahr an Trainings und Weiterbildungsangeboten der Gruppe teil. Hinzu kommt ein eigenes AI Competence Center.

Die Frage nach konkreten Geschäftsmodellen zog sich dabei durch zahlreiche Vorträge und Gespräche. KI wurde auf der CTV weniger als Zukunftsvision diskutiert, sondern vielmehr als Werkzeug, das sich in bestehende Geschäftsprozesse integrieren und vermarkten lassen muss.

Yasmin Weiss: Die Experimentierphase ist vorbei

Die Keynote der Veranstaltung hielt Prof. Yasmin Weiss. Sie beschäftigte sich mit der Frage, wie Künstliche Intelligenz Arbeitswelt, Entscheidungsprozesse und Geschäftsmodelle verändert.

Nach ihrer Einschätzung hat die Entwicklung eine neue Phase erreicht. Während viele Unternehmen in den vergangenen Jahren vor allem mit KI experimentiert hätten, beginne nun die Integration in konkrete Geschäftsprozesse. «Die meisten Unternehmen sind übergegangen vom ,Funny Use of AI›», sagte Weiss. KI-Kompetenz werde in den kommenden Jahren zu einer grundlegenden Anforderung in vielen Berufen. Wer die Möglichkeiten der Technologie nicht verstehe oder nicht nutze, werde zunehmend Wettbewerbsnachteile haben. KI werde künftig ähnlich selbstverständlich eingesetzt werden wie heute Computer oder Smartphones.

Zugleich machte Weiss deutlich, dass KI menschliche Fähigkeiten nicht ersetzt. Digitale Assistenten und KI-Agenten könnten Routineaufgaben übernehmen, Analysen vorbereiten oder Entscheidungen unterstützen. Kritisches Denken, Kommunikation und die Fähigkeit, Ergebnisse einzuordnen, blieben jedoch unverzichtbar.

Nach Einschätzung der Professorin werden Unternehmen künftig vor allem dort erfolgreich sein, wo Menschen und KI sinnvoll zusammenarbeiten. Entscheidend sei nicht die Technologie allein, sondern die Fähigkeit, sie produktiv einzusetzen.

Stephan Klusmann, Tobias Rohrmoser und Markus Werner

Beim Messerundgang auf der CTV: Stephan Klusmann (Managing Director Financial Services), Tobias Rohrmoser (Director Digital Sales) und Markus Werner (Chief Commercial Officer, CCO) von Also Deutschland (v. l.)

© Telecom Handel

Security, Refurbishment und digitale Services

Auch auf der Ausstellungsfläche zeigte sich die Breite der Themen. Zahlreiche Hersteller präsentierten Lösungen rund um Security, Cloud-Services, Künstliche Intelligenz, IoT und Managed Services. 

Also nutzte die Veranstaltung zudem, um neue Angebote vorzustellen. Mit «Capture the Flag» erweitert der Distributor sein Security-Portfolio um ein Trainingsformat, bei dem Teilnehmer reale Angriffsszenarien analysieren und lösen. Das Angebot ergänzt bestehende Formate wie Security Escape Room und Live Hacking Area.

Ein weiteres Thema war der Ausbau des Refurbishment-Geschäfts. Unter der Marke Also Recommerce bündelt das Unternehmen Angebote rund um Trade-in, zertifizierte Datenlöschung, Wiederaufbereitung und Wiedervermarktung gebrauchter Hardware. Partner sollen damit leichter in das Refurbished-Geschäft einsteigen können.

Auch im Gaming-Umfeld baut Also sein Portfolio aus. Gemeinsam mit dem Partner Epay erhalten Partner Zugriff auf digitale Gaming-Codes und Gutscheine, die sich mit Hardware, Abonnements und weiteren digitalen Services kombinieren lassen.

Neben den einzelnen Technologiethemen spielte auch das Plattformgeschäft eine wichtige Rolle. Über den Cloud Marketplace vermarktet Also inzwischen Software, Services und digitale Lösungen mit einem Volumen von rund 1,6 Milliarden Euro. Für den Distributor sind solche Plattformen die Grundlage für wiederkehrende Umsätze und langfristige Kundenbeziehungen. Gleichzeitig eröffnen sie Partnern zusätzliche Möglichkeiten, Software, Security-Services oder Cloud-Angebote in ihr Portfolio aufzunehmen.

Cloud & Infrastruktur Security & Compliance
Anzeige

Neueste Beiträge

SBS Schweiz ruft den World Adapter USB wegen Brand- und Stromschlaggefahr zurück
In Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Starkstrominspektorat (EST) ruft die SBS Schweiz den World Adapter USB «TEADAPTUSB2CPD20UNI» zurück. Es besteht Brandgefahr und Stromschlaggefahr. Die Konsumenten erhalten den Kaufpreis rückerstattet.
2 Minuten
16. Jul 2026
Wie digitale Archive Unternehmenswissen nutzbar machen - Nachgefragt by CENT Systems
Ist das Zeitalter der physischen Archive vorbei? Für Sascha Büchler, Leiter Innovation beim IT-Dienstleistungsunternehmen CENT Systems, gibt es darauf nur eine Antwort. Der Innovationsexperte sieht papierbasierte Archive als strukturelle Hürde für effiziente Prozesse – und erklärt im Gespräch, weshalb e-Archivlösungen den Weg in die Zukunft weisen.
4 Minuten
Shkelzen Syla übernimmt die Leitung Competence Centers Salesforce bei adesso Schweiz
adesso baut das Salesforce-Geschäft in der Schweiz aus und hat per 1. Juli 2026 Shkelzen Syla zum Verantwortlichen des neu geschaffenen Competence Centers Salesforce ernannt.
2 Minuten
16. Jul 2026

Das könnte Sie auch interessieren

KI-Rechenleistung made in Switzerland - Supercomputer
Auf dem Innovationscampus uptownBasel ist der leistungsfähigste kommerzielle KI-Supercomputer der Schweiz in Betrieb gegangen. Die Anlage bietet Unternehmen, Forschung und Behörden Zugang zu Hochleistungsrechenkapazitäten.
4 Minuten
Digital Business im Fokus: Wohin geht die Reise? - Computerworld Ausgabe 2/2026
Autonomie und Souveränität werden inzwischen als Schlagworte mindestens ebenso häufig verwendet wie Künstliche Intelligenz und Datenschutz. Automatisierung und die Transformation zu einer hohen Dichte an KI-Agenten in Unternehmen werden die Zukunft des Digital Business prägen. Daraus entsteht ein Mix, der spannender und komplexer nicht sein könnte. Die Digitalisierung hat Dimensionen erreicht, die sich - Ironie des Wandels - fast nur noch mit KI bewältigen lassen. Höchste Zeit also für einen Überblick. 
2 Minuten
Wie hältst du es mit den Daten? - KI in der Praxis
Das ist die Gretchenfrage der KI. Qualität, Integration und Souveränität entscheiden darüber, ob Use Cases funktionieren – oder scheitern. 
6 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige