Wie digitale Archive Unternehmenswissen nutzbar machen
Nachgefragt by CENT Systems
Computerworld: Sascha Büchler, in einem früheren Beitrag erklärten Sie das Zeitalter der papierbasierten Archive für beendet. Was stört Sie an klassischen Archiven?
Sascha Büchler: Die kurze Antwort lautet: Physische Archive sind nicht mehr zeitgemäss. Das liegt einerseits an den exponentiell wachsenden Datenmengen, aber auch an den steigenden Anforderungen an die Verfügbarkeit von archivierten Dokumenten. In KMU und grösseren Unternehmen wird der Ruf nach einem orts- und zeitunabhängigen Zugriff auf geschäftsrelevante Dokumente lauter. Das verändert die Rolle des Papierarchivs. Das einstige Zentrum der Dokumentenverwaltung wurde so im Eiltempo zur strukturellen Hürde für effiziente Prozesse.
Computerworld: Was hindert Unternehmen daran, das Archiv auf eigenen Servern selbständig zu digitalisieren?
Sascha Büchler: Geschäftsrelevante Dokumente dürfen nicht einfach auf einen Stick geladen und auf einen Server übertragen werden. Die Geschäftsbücherverordnung der Schweiz – kurz GeBüV – erlaubt die digitale Archivierung von Dokumenten nur dann, wenn diese revisionssicher gespeichert werden und die Nachvollziehbarkeit von Änderungen gewährleistet ist. Zudem müssen die Dokumente während der gesamten Dauer der jeweiligen Aufbewahrungsfrist verfügbar bleiben. Moderne e-Archivlösung berücksichtigen diese anspruchsvollen gesetzlichen Anforderungen und garantieren, beispielsweise mit fälschungssicheren Zeitstempeln und einer lückenlosen Protokollierung sämtlicher Anpassungen, die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen.