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Lesedauer 4 Min.

Green plant neuen Datacenter-Campus in Birr

Green hat in Birr rund 250’000 Quadratmeter Land von ABB gekauft. Geplant sind ein Datacenter-Campus sowie Flächen für Industrie und Gewerbe. Der kommunale Planungsbericht sah Rechenzentren bereits 2023 als mögliche Nutzung vor.
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Könnte so der neue Campus in Birr aussehen? Im Bild die Visualisierung des Green Campus ZRH2 in Dielsdorf mit drei Datacenter.

© Green

Der Rechenzentrumsbetreiber Green sichert sich im Aargau Platz für einen weiteren Ausbau: Das Unternehmen hat das Areal Grossacher und Grändel in Birr von ABB erworben. Die bisherige Eigentümerin hatte die weitgehend unbebauten Flächen als strategische Reserve gehalten, benötigt sie laut Mitteilung aber nicht mehr dafür. Zum Kaufpreis macht Green keine Angaben. Auf dem Gelände soll schrittweise ein Campus mit Rechenzentren entstehen. Green begründet den Ausbau mit der steigenden Nachfrage nach lokal verfügbarer und energieeffizienter Infrastruktur. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben derzeit sieben Rechenzentren im Grossraum Zürich; zwei weitere befinden sich im Bau. Der Hauptsitz liegt in Lupfig, der Nachbargemeinde von Birr.

Rechenzentren waren als Nutzung bereits vorgesehen

Mit dem Vorhaben knüpft Green an eine länger vorbereitete Entwicklung des Industriegebiets an. Der Planungsbericht der Gemeinde Birr vom März 2023 beschreibt das Areal als künftigen Standort für technologieorientierte Industrie, Produktion, Forschung und Dienstleistungen. Rechenzentren werden darin für die südlichen Baubereiche C11 und C12 ausdrücklich als mögliche Nutzung genannt. Die Planung zielt allerdings auf eine breitere gewerbliche Entwicklung. Unterschiedliche Betriebe und ergänzende Angebote sollen eine einseitige Nutzung des Gebiets vermeiden. Green kündigt entsprechend an, neben den Rechenzentren auch Flächen für Industrie und Gewerbe sowie öffentlich zugängliche Grünzonen vorzusehen. Welche Nutzungen konkret infrage kommen, will das Unternehmen mit der Gemeinde Birr und dem Kanton Aargau abstimmen.

Der kommunale Bericht zeigt, dass die Freiräume einen wesentlichen Bestandteil des Arealkonzepts bilden. Vorgesehen sind unter anderem eine mindestens 14’000 Quadratmeter grosse «Parkinsel» und Fuss- und Veloverbindungen. Die Grün- und Freiräume sollen das Arbeitsgebiet mit den umliegenden Quartieren verbinden und auch der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Dabei handelt es sich um Elemente der übergeordneten Arealplanung; eine konkrete Gestaltung des Green-Campus ist damit noch nicht beschrieben.

Birr.png

Das Areal Grossacher und Grändel (rot eingezeichnet) in Birr umfasst eine Fläche von rund 250'000 Quadratmetern.

© Computerworld/Google Earth
Abwärmenutzung soll Teil des Konzepts werden

Für den Betrieb plant Green, die Abwärme der Rechenzentren zur weiteren Nutzung bereitzustellen. Sie soll sowohl als Prozesswärme als auch für die Einspeisung in ein Wärmenetz dienen können. Konkrete Abnehmer, Wärmemengen oder einen Zeitplan für die Anbindung nennt die Mitteilung nicht. Bei der Kühlung will Green an das Konzept seiner bestehenden Anlagen anknüpfen. Nach Unternehmensangaben arbeiten diese mit geschlossenen Kühlkreisläufen, in denen Wasser zirkuliert, ohne verbraucht zu werden. Dieser Ansatz bilde die Ausgangslage für die Konzeption des Standorts Birr. Technische Kennzahlen zum erwarteten Energie- und Wasserbedarf des neuen Campus veröffentlicht Green noch nicht. Das Unternehmen verweist zudem darauf, dass seine Rechenzentren bei Bedarf Tertiärregelenergie bereitstellen und damit das Schweizer Stromnetz unterstützen können. Welche Einrichtungen und Leistungen dafür am neuen Standort vorgesehen sind, bleibt offen. 

Umfang und Zeitplan noch offen

Die Entwicklung soll laut Green auf Grundlage des bestehenden Ergänzungsplans etappenweise erfolgen. Einen Termin für den Baustart oder die Inbetriebnahme gibt das Unternehmen noch nicht bekannt. Auch die Zahl der geplanten Rechenzentren, deren elektrische Anschlussleistung und das Investitionsvolumen werden nicht beziffert. Damit schafft der Grundstückskauf zunächst die räumliche Grundlage für einen weiteren Kapazitätsausbau. Wie viel zusätzliche Rechenzentrumsleistung in Birr tatsächlich entsteht und wann sie Kunden zur Verfügung steht, wird erst mit der Konkretisierung des Projekts ersichtlich.

«Green hat früh erkannt, welche Bedeutung Datacenter für die digitale Entwicklung des Landes haben, und hat die Branche nachhaltig mitgeprägt. Mit dem Campus in Birr setzen wir diese Pionierarbeit fort», erklärt Roger Süess, CEO von Green und ergänzt: «Wir freuen uns, dieses Vorhaben in einer Region zu realisieren, mit der Green seit vielen Jahren eng verbunden ist. Gemeinsam mit Gemeinde und Kanton wollen wir das Areal zukunftsgerichtet entwickeln und Mehrwert für die Region schaffen.» 

Rechenzentrum
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