Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Ausschreibung für Swiss Government Cloud gestartet

Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) hat die Ausschreibung für die Swiss Government Cloud (SGC) auf der Beschaffungsplattform SIMAP veröffentlicht. Die aktuelle Cloud-Infrastruktur der Bundesverwaltung stösst an ihre Grenzen und wird den Anforderungen der Digitalisierung nicht mehr gerecht.
swiss government cloud admin.png
© Admin.ch

Die neue Cloud-Infrastruktur soll eine Grundlage für die digitale Transformation der Verwaltung bilden und innovative Cloud-Dienste mit hohen Sicherheitsstandards vereinen.

Mit der SGC sollen Bund, Kantone und Gemeinden künftig digitale Leistungen effizient, sicher und bedarfsgerecht bereitstellen können. Die Ausschreibung «WTO 25002 609 Swiss Government Cloud» erfüllt den Auftrag des Parlaments: Sie setzt auf Flexibilität, offene Standards und stärkt die Sicherheit und Handlungsfreiheit der Bundesverwaltung. Die SGC leistet damit einen wichtigen Beitrag zur digitalen Souveränität.

Beschaffungsgegenstand: die drei Cloud-Stufen der SGC

Die SGC vereint mit dem Hybrid-Multi-Cloud-Ansatz drei aufeinander abgestimmte Cloud-Stufen, die sich an unterschiedliche Anforderungen betreffend Innovationskraft, Schutzbedarf und digitale Souveränität ausrichten.

  1.    Cloud-Stufe I: Die Public Cloud «Global Reach» (Los 1) ermöglicht innovative und flexibel skalierbare Cloud-Dienste von Anbietern, die global tätig sind. Der Zuschlag wird an zwei Anbieter vergeben.
  2.   Cloud-Stufe II: Die Public Cloud «Enhanced Data Governance» (Los 2) gewährleistet erhöhte Governance-Anforderungen mit Datenhaltung und Datenbearbeitung ausschliesslich in der Schweiz. Open-Source-Lösungen werden eingesetzt. Der Zuschlag wird an zwei Anbieter vergeben.
  3.   Cloud-Stufe III: Die Private Cloud «On-Premise» (Los 3) bietet standardisierte Services mit hoher Kontrolle für besonders schutzwürdige Anwendungen mit Datenhaltung und Datenbearbeitung in den Rechenzentren des Bundes. Diese Stufe bietet die höchste Datensouveränität, welche mittels technischer, organisatorischer und vertraglicher Elemente sichergestellt wird. Zusätzlich wird die betriebliche Autonomie bei Bedarf gewährleistet. Der Zuschlag wird an einen Anbieter vergeben.

Die Ausschreibung übersetzt diese Anforderungen in Eignungs- und Zuschlagskriterien. Sie ist offen gestaltet und schreibt weder bestimmte Anbieter, Produkte noch Technologien vor. Damit werden faire Wettbewerbsbedingungen für alle Anbieter geschaffen. Die Ausschreibung bietet somit vielfältige Möglichkeiten für interessierte Unternehmen in der Schweiz. Zudem werden bei der Ausschreibung Kriterien aus der Weisung für die digitale Souveränität in der Bundesverwaltung herangezogen. Im Beschaffungsverfahren gilt eine Losbeschränkung: Ein Anbieter kann nur für ein Los einen Zuschlag erhalten. Das stärkt die digitale Souveränität, da die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern und Jurisdiktionen verringert wird. Die Zuschläge haben eine Dauer von sieben Jahren, alle sieben Jahre erfolgt eine Marktöffnung. Die Vertragsdauer beträgt insgesamt 14 Jahre.

Kosten fallen nur bei effektiver Nutzung an

Das optionale Beschaffungsvolumen beläuft sich in den Losen 1 und 2 maximal auf je zwei Milliarden Franken und in Los 3 auf maximal drei Milliarden Franken. Die Volumina sind den einzelnen Losen verbindlich zugeordnet. Die Berechnung des gesamten Beschaffungsvolumens (7 Mrd.) stützt sich auf die heutigen Ausgaben des Bundes für Cloud-Leistungen, auf einen daraus abgeleiteten Bedarf der Kantone und Gemeinden sowie auf das erwartete Wachstum durch die fortschreitende Digitalisierung. Das Volumen ist als höchstmögliche Beschaffungsgrösse über die gesamte Vertragsdauer von 14 Jahren zu verstehen. Kosten fallen nur für die effektiv genutzten Ressourcen an (Pay-as-you-use-Prinzip). Die SGC ist für die Anforderungen und Bedürfnisse des Bundes konzipiert, Kantone und Gemeinden sollen bei Interesse ebenfalls vom Angebot profitieren können.

Ausblick

Das Beschaffungsverfahren besteht aus zwei Phasen: Nach einer Präqualifikationsphase (60 Tage ab Publikation) folgt die Angebotsphase. Sofern es keine Einsprachen mit aufschiebender Wirkung gibt, soll im Spätsommer 2027 die Publikation der Zuschläge inklusive Vertragsabschlüsse erfolgen. Erste Abrufe wären dann für den Spätherbst 2027 vorgesehen.

Ausschreibungsunterlagen

Informationen zur Swiss Government Cloud SGC

W012 - Weisungen für die digitale Souveränität in der Bundesverwaltung
 

Politik Digitalisierung
Anzeige

Neueste Beiträge

Itsyhome: das traute Heim im Blick im Apple Kosmos - Apple-Ecke
Apples hauseigene Home-App gilt nicht gerade als Vorzeige­modell unter den Steuerungen für die Heimautomatisierung.
2 Minuten
24. Okt 2026
United Airlines präsentiert Starlink Tracker
United Airlines baut die Verfügbarkeit von Starlink-WLAN innerhalb der Flotte aus, sodass bereits auf fast jedem zweiten Flug dieses Angebot genutzt werden kann. Auf welchen soll ein Tracker zeigen.
2 Minuten
24. Okt 2026
Sunrise schliesst Konsultationsverfahren ab
Anstatt des ursprünglich erwogenen Abbaus von bis zu 450 Stellen meldet Sunrise, dass dank des Konsultationsverfahrens nun 358 betriebsbedingte Kündigungen vorgenommen werden.
2 Minuten
25. Okt 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Auf dem Weg zum globalen IT-Anbieter - Sharp DX Schweiz
Aus ITpoint wird Sharp DX. Hinter dem neuen Namen steht weit mehr als ein Rebranding: Sharp will sich vom Elektronikkonzern zum globalen Anbieter für digitale Transformation entwickeln. Roland Singer und Philippe Wettstein erklären, wie internationale Reichweite und lokale Nähe zusammenspielen – und welche Rolle eigene KI-Server dabei übernehmen sollen.
9 Minuten
Was 70 GenAI-Projekte lehren - Erfolgsfaktoren für KI-Projekte
Die Jury des GenAI Zürich Award 2026 hat fast 70 Projekt­ein­reichungen systematisch mit agentischer KI ausgewertet und dabei klare Muster erkannt, was in der Praxis wirklich funktioniert.
9 Minuten
SAP-Anwender fordern Wahlfreiheit und klaren Nutzen - DSAG-Jahreskongress 2026
Zum Auftakt des DSAG-Jahreskongresses in Köln fordert die Anwendergruppe selbstbestimmte Transformationswege und überprüfbaren Nutzen. SAP soll Innovationen auch für On-Premises-Kunden öffnen und Kosten sowie Abhängigkeiten transparent machen.
4 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige