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Krieg am Golf hat Konsequenzen für deutsche Unternehmen auf Auslandsmessen

Die jüngste militärische Eskalation in der Golf-Region wirkt sich auf die Auslandsmessaktivitäten der deutschen Wirtschaft aus. Seit Beginn der Kämpfe im Iran und den arabischen Nachbarstaaten werden Messen in der Golf-Region verschoben – mit direkten Folgen für die gemeinsamen Messeauftritte deutscher Unternehmen.

Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA

© AUMA/Steffen Kugler

Stand heute werden bereits acht deutsche Gemeinschaftsstände auf Messen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und in Saudi-Arabien, die ursprünglich für April und Mai geplant waren, auf die zweite Jahreshälfte verschoben. Dies geht aus einer ersten Analyse des Verbands der deutschen Messewirtschaft Auma hervor, der die Auslandsmesseaktivitäten der deutschen Wirtschaft im Auslandsmesseprogramm (AMP) des Bundeswirtschaftsministeriums koordiniert. Die VAE und Saudi-Arabien gehören zu den derzeit wichtigsten Zielmärkten des Förderprogramms für kleine und mittelständische deutsche Unternehmen. In diesem Jahr und dem kommenden Jahr sind in der Krisen-Region jeweils 31 deutsche Gemeinschaftsstände auf Messen vorgesehen.

2027 sollen 191 geförderte Beteiligungen in 42 Ländern realisiert werden. Das sind 31 Beteiligungen weniger als in diesem Jahr, ein Minus von 14 Prozent. Grund für die Schrumpfung sind gekürzte Bundesmittel: Das Budget soll von 44 Millionen Euro auf 42,3 Millionen Euro sinken. Derweil sind die Kosten für Auslandsmesseteilnahmen in den vergangenen Jahren um bis zu 40 Prozent gestiegen. Der Auma warnt vor den Folgen dieses Negativtrends für die exportorientierte Wirtschaft.

Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Messewirtschaft Auma kommentiert: «Die schleichende Schrumpfung des bewährten AMP ist ein völlig falsches Signal für die unter Druck stehende Exportnation Deutschland und den heimischen Mittelstand. Die Kürzung steht im Widerspruch zu dem im Koalitionsvertrag erhobenen Anspruch, die Instrumente der Aussenwirtschaftsförderung finanziell zu stärken. Mehr als 30 Messebeteiligungen weniger bedeuten rund 20.000 Geschäftschancen weniger. Die deutsche Messewirtschaft fordert die Aufstockung des AMP auf 49 Millionen Euro, damit deutsche Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten neue Absatz- und Beschaffungsmärkte erschliessen können.»

Wichtigste Weltregion der staatlichen Förderung bleibt 2027 Süd-Ost-Zentralasien mit rund 70 Messebeteiligungen, gefolgt vom Nahen und Mittleren Osten und Nordamerika. Die wichtigsten Einzelländer sind die USA (27 Beteiligungen), die Vereinigten Arabischen Emirate (23), China und Indien (je 15) sowie Saudi-Arabien und die Türkei (je acht).

Der Bund übernimmt rund 50 Prozent der direkten Messekosten, alle weiteren Ausgaben tragen die ausstellenden Unternehmen selbst. Studien belegen die hohe Wirksamkeit des Programms: Jeder investierte Steuer-Euro generiert im Schnitt 216 Euro Wertschöpfung und trägt zur Sicherung von Produktion, Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen in Deutschland bei. Pro Messebeteiligung erzielen die geförderten Unternehmen fünf Neukunden oder Geschäftsabschlüsse. Jährlich nutzen bis zu 5.000 deutsche Unternehmen diese Unterstützung des Bundes. Seit dem Start des Programms 1949 haben mehr als 215.000 kleine und mittelständische Unternehmen des deutschen Mittelstands auf diese Weise an Auslandsmessen teilgenommen.
 

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