Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Eine App erkennt den Dialekt

Ob Züridüütsch, Baseldytsch oder doch eher Walliserdiitsch? Eine App der Universitäten Zürich und Genf soll den Dialekt und die Stimme des Smartphone-Anwenders analysieren können.
© Quelle: Computerworld.ch

Die Stimme ist unsere persönliche Visitenkarte. Wie hoch oder schnell wir sprechen und wie unsere Stimme klingt, analysiert eine neue App von Sprachwissenschaftlern der Universitäten Zürich und Genf. «Voicepp» erkennt mittels einer automatischen Spracherkennung auch den Dialekt des Benutzers. Die theoretischen Erkenntnisse der Dialekt- und Stimmanalysen könnten für Gerichtsfälle relevant sein. «VoiceÄpp» kann ab heute gratis im Apple App Store und im Google Play Store bezogen werden.

© Quelle: Computerworld.ch

«VoiceÄpp» verfügt auch über eine Fülle an Informationen zu schweizerdeutschen Dialekten und Phänomenen der Sprachwahrnehmung und besitzt drei Hauptfunktionen: Dialekt- und Stimmanalyse sowie ein sogenanntes Dialektpanorama. Für die Dialektanalyse sagt der Benutzer 15 signifikante Wörter wie «Abend», «Augen» oder «schneien» ins Telefon, worauf ihm die App mitteilt, welchen Dialekt er spricht. Man kann hier auch testen, wie gut man einen Dialekt imitieren kann.

Erste automatische Erkennung des Schweizerdeutschen

Mit «VoiceÄpp» können schweizweit erstmals Dialekte durch automatische Sprachererkennung ermittelt werden. «Wir betreten damit Neuland», erklärt Adrian Leemann, Leiter des «Voice Äpp»-Projekts und ehemaliger Postdoc am Phonetischen Laboratorium der Universität Zürich. Um die automatische Spracherkennung zu programmieren, verwendeten die Forschenden die von rund 3000 Personen gewonnenen Sprachdaten der bereits lancierten «Dialäkt Äpp». Das Dialektpanorama verwendet die Multi-Sensorik des Smartphones: Der Benutzer hält sein Smartphone wie beim Fotografieren in die Höhe und entdeckt dabei, wie man am Standort, wo er sich in der Schweiz gerade befindet, das Apfelgehäuse bezeichnet, etwa «Gigertschi», «Gröibschi», «Bütschgi» oder «Murmutz». «Durch die Verwendung des Dialektpanoramas sensibilisieren wir die Benutzer auf die spannenden regionalen Unterschiede im Schweizerdeutschen», so Adrian Leemann. Nächste Seite: Big Data mit Schweizer Dialekten

Big Data des Schweizerdeutschen

Aufgrund der zu gewinnenden Daten erhoffen sich die Sprachwissenschaftler einen Korpus des Schweizerdeutschen von bisher beispielloser Grösse. Erstmals wird es dadurch möglich sein, weitreichende Bevölkerungsstatistiken zu Sprechgeschwindigkeit oder Stimmtonhöhe zu ermitteln. Mit den Daten könnten Analysen zwischen einzelnen Dialektregionen, Alters- oder Geschlechtergruppen gemacht werden. «Der theoretische Erkenntnisgewinn dieser Resultate könnte auch für Gerichtsfälle relevant sein», sagt Adrian Leemann, der inzwischen an der University of Cambridge forscht. Laut dem Forscher würden die Stimmen von Erpresser-Anrufen oft auf Stimmtonhöhe und Sprechgeschwindigkeit hin analysiert. Um Rückschlüsse auf potenzielle Täter zu ziehen, benötigten die Experten Angaben über die Verteilung sprachlicher Merkmale in der Bevölkerung.

Das folgende Video erklärt den Unterschied zwischen «VoiceÄpp» und «Dialäkt App» und zeigt eine Tour de Suisse der schweizerdeutschen Dialekte: Voicepp Promo Video (uf Schwiizerdtsch) from Voice pp on Vimeo.

Digitalisierung Android Apps Big Data Bildung Forschung iOS Politik Programmierwerkzeuge Smartphone
Anzeige

Neueste Beiträge

ggs netz übernimmt sämtliche Kommunikationsnetze der GIB-Solutions
Die ggs netz ag übernahm per 1. Mai 2026 sämtliche Kommunikations-netze der GIB-Solutions AG. Mit der Transaktion kommen rund 10’000 Digitalanschlüsse hinzu. Die übernommenen Netze werden künftig über die neu gegründete Tochtergesell-schaft ggs plus ag betrieben.
3 Minuten
Stromverbrauch und Effizienzpotenziale von Rechenzentren in der Schweiz
2024 betrug der Stromverbrauch der Rechenzentren in der Schweiz 2,1 TWh, was ungefähr 3,6 Prozent des Gesamtverbrauchs entspricht. Bis 2030 wird ein Anstieg des Stromverbrauchs der inländischen Rechenzentren auf 2,5 bis 3,2 TWh erwartet. 
3 Minuten
«Eine intelligente Dateninfrastruktur ist der Schlüssel für KI und Cloud»
Im Kontext von KI, Multi-Cloud und regulatorischen Anforderungen wird Datenmanagement zur strategischen Kernkompetenz. Isolierte Storage-Systemen entwickeln sich zunehmend zu integrierten Datenplattformen. Über die damit verbundenen Herausforderungen und die Rolle von Daten als Grundlage für KI erklärt Daniel Bachofner, Country Manager Schweiz, bei NetApp
4 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Darum lohnt sich eine Weiterbildung - Karriere-Tipps
Ihre berufliche Karriere stockt? Sie fühlen sich unterfordert und auch finanziell soll es aufwärtsgehen? Dann verlieren Sie keine Zeit. Computerworld nennt fünf Gründe für eine Weiterbildung und zeigt, wie Sie erfolgreich durchstarten.
5 Minuten
25. Okt 2024
«Swiss IT-Studie» - KI im Business - Computerworld Ausgabe 1/2026
Am Thema KI kommt niemand mehr vorbei. Das sehen auch die befragten Schweizer Unternehmen. Wo und wie man diese einsetzen könnte und welchen Nutzen damit verbunden ist, da scheiden sich die Geister. Die Schweiz im KI-Dilemma?
2 Minuten
Tuning und Ergonomie für jedes Display - Apple-Ecke
Bei der Ergonomie am Arbeitsplatz denkt man zuerst an die korrekte Tischhöhe oder an die ­Anpassungen des Bürostuhls. Doch genauso wichtig sind die Einstellungen am Mac: Sie sorgen für den Unterschied zwischen einem Arbeitsplatz und einer Wohlfühlzone.
3 Minuten
30. Apr 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige