Warum KI Chance ist – nicht Bedrohung
Gastbeitrag
KI ist in der Informationssicherheit nicht neu: Seit Jahrzehnten nutzen Security-Teams Machine Learning und statistische Modelle – ein früher Meilenstein war 1998 das DARPA-Dataset. Die Systeme sind reifer geworden, doch die Ergebnisse bleiben probabilistisch. Generative KI verändert vor allem Schnittstelle und Dynamik, nicht die Grundlagen. Sprachmodelle verarbeiten Text – und Security besteht zu grossen Teilen aus Text: Konfigurationen, Logs, Code. Auf Online-Plattformen kommen zahlreiche zusätzliche textbasierte Signale hinzu, etwa aus Logins, Registrierungen, Angeboten und der Kommunikation zwischen Nutzer:innen. Da sich nahezu alles Digitale binär abbilden lässt, können wir Systeme in natürlicher Sprache befragen, Daten analysieren, Code prüfen und Abläufe automatisieren. Damit sinken die Hürden – für Verteidiger ebenso wie für Angreifer, denn auch Social Engineering, Phishing und Malware sind textbasiert und lassen sich mit KI automatisieren. Selten entstehen völlig neue Angriffskategorien; verändert haben sich vor allem Tempo, Skalierung und Glaubwürdigkeit. Das zeigt sich in automatisierten Phishing-Kampagnen, Deepfakes, KI-unterstützten Exploits oder Datenabflüssen über KI-Dienste.
Security als Wettbewerbsfaktor
Informationssicherheit bleibt ein Wettrüsten – zunehmend KI gegen KI. Defensiv hilft KI, Anomalien zu erkennen, Signale zu korrelieren, Reaktionen zu automatisieren, Angriffe zu simulieren, Code zu auditieren und Kontrollen skalierbar zu testen. Wer KI nicht nutzt, verliert Effizienz und damit Wettbewerbsfähigkeit.
Security wird damit zum Business-Enabler. Richtig umgesetzt stärkt sie Vertrauen, verkürzt Reaktionszeiten, senkt Kosten durch Automatisierung und erhöht die Resilienz. Digitale Plattformen profitieren besonders, weil Sicherheit dort in grossem Massstab wirken muss, etwa wenn täglich tausende Inhalte und Accounts risikobasiert geprüft werden. So bleibt Expert:innen mehr Zeit für Entscheidungen statt für Routineaufgaben.