Nachhaltige IT 18.09.2019, 16:54 Uhr

In Schottland soll ein gezeitenbetriebenes Rechenzentrum entstehen

An der schottischen Küste in der Region Caithness soll das erste gezeitenbetriebene Rechenzentrum der Welt entstehen. Als Energielieferant diene dabei das Meygen-Meeresströmungskraftwerk.
(Quelle: Francesco Bonino / Shutterstock.com )
CO2-neutrale Computing-Power für die Cloud: Der Energieversorger Simec Atlantis will in der Region Caithness im Norden Schottlands das erste  gezeitenbetriebene Rechenzentrum der Welt errichten. Die Stromversorgung soll das derzeit noch im Bau befindliche Meeresströmungskraftwerk Meygen im Pentland Firth übernehmen.
Die Betreiber erwarten, dass das Rechenzentrum mit auf dem Meeresgrund verlegten Glasfaserkabeln an den grossen Internetknoten in London angeschlossen wird, um eine performante Anbindung an das weltweite Netz zu gewährleisten. Weitere Verbindungen ins schottische Inland würden zudem eine hohe lokale Leistung sichern und damit den Standort für Unternehmen attraktiver machen.
Die Unterwasserturbinen des Gezeitenkraftwerks Mygen sollen die Energie für das neue Rechenzentrum liefern.
Quelle: Simec Atlantis
Indessen wird das für die Stromversorgung verantwortliche Gezeitenkraftwerk Meygen laut Plan 2022 fertiggestellt. Zu den 6 Megawatt, die Meygen mit vier Turbinen derzeit liefert, sollen dann weitere 80 Megawatt hinzukommen, die durch den Ausbau der Anlage auf 269 Turbinen realisiert werden. Simec Atlantis rechnet damit, schon 2024 mit dem Rechenzentrum ans Netz gehen zu können. Analog zu den Ausbauplänen von Meygen wäre aber auch ein früherer Start mit einem kleineren Rechenzentrum möglich.
Der Standort im schottischen Norden bietet neben der nachhaltigen Energieversorgung auch noch weitere Vorteile. So könnte die Anlage etwa von den niedrigen Temperaturen der Region profitieren, die eine Kühlung des Rechenzentrums begünstigen. Simec-Atlantis-CEO Tim Cornelius ist davon überzeugt, dass Schottland dank seines einfachen Zugangs zu sauberer Energie eine Schlüsselrolle in der globalen Rechenzentrumsbranche spielen kann.

Green IT aus Deutschland

Nachhaltige IT ist auch in Deutschland ein Thema. So nutzt etwa Windcloud für seine CO2-neutralen Rechenzentren ebenfalls erneuerbare Energien. Wie bereits der Name vermuten lässt, wird hier auf Windenergie gesetzt. Darüber hinaus führt der Anbieter die anfallende Abwärme für lokale Abnehmer (Indoor Farming, Fisch- und Algenzucht, Biomasse-Trocknung und dergleichen) ab. Dadurch wird die Gesamtwirtschaftlichkeit des Systems deutlich gesteigert.

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