Top 500 25.06.2018, 12:35 Uhr

USA holt sich die Krone bei den Supercomputern zurück

Zwei Jahre lang führte China die Liste der schnellsten Supercomputer der Welt souverän an. Nun schafft die USA mit einer noch leistungsfähigeren Rechenanlage von IBM den Sprung an die Spitze.
(Quelle: Oak Ridge National Laboratory)
Die USA haben sich die Krone im Wettstreit um die schnellsten Superrechner der Welt nach mehr als fünf Jahren von China zurückerobert. Mit «Summit» von IBM steht wieder eine Rechenanlage aus den USA an der Spitze der Top-500-Liste der weltweit stärksten Supercomputer. Sie verdrängte mit einer Leistung von 122,3 Petaflops (Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde) den chinesischen Superrechner «Sunway TaihuLight», der mit 93 Petaflops am Nationalen Supercomputing Center in Wuxi arbeitet und seit zwei Jahren die Liste angeführt hatte.
Vier der fünf schnellsten Rechner seien komplett neu gebaut oder substanziell aufgerüstet worden, teilten die Herausgeber der Liste mit. Auf den dritten Platz kam ebenfalls ein Neueinsteiger. «Sierra» ist am Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien im Einsatz und kommt auf eine Leistung von 71,6 Petaflops. Die chinesische Anlage «Tianhe-2A» rutschte damit vom zweiten auf den vierten Platz, obwohl ihre Leistung von 33,8 auf 61,4 Petaflops hochgeschraubt wurde. Neu unter den Top fünf ist «AI Bridging Cloud Infrastructre», die im japanischen Forschungsinstitut AIST arbeitet.

Schnellster Europäer steht in der Schweiz

Das schnellste System Europas kommt nach wie vor aus der Schweiz. Der Supercomputer «Piz Daint» steht im Schweizer Supercomputing Center CSCS in Lugano, wird von der ETH Zürich betrieben und verfügt über eine Leistung von 19,59 Petaflops. Der Cray-Supercomputer mit Nvidia-Tesla-P100-GPUs wurde im Herbst 2016 umfassend ausgebaut, womit dessen Leistung mehr als verdreifacht werden konnte. Damit liegt «Piz Daint» in der aktuellen Top-500-Liste auf dem sechsten Platz.
Mit Supercomputern lassen sich komplexe Simulationen etwa in der Klimaforschung, Medizin oder in der Genetik erstellen, neue Medikamente entwickeln oder Molekülbewegungen bestimmen. Sie werden aber auch in der Wirtschaft oder für die Berechnung von Verkehrsströmen genutzt. Bei vielen neuen Anwendungen etwa für künstliche Intelligenz oder maschinelles Lernen, geht es jedoch nicht nur um die schnelle Abarbeitung einfacher Rechenschritte. Modulare Systeme sollen deshalb ermöglichen, dass für unterschiedliche Aufgaben jeweils auf die optimalen Module oder Prozessorbereiche zugegriffen werden kann.
Die Liste der «Top 500» schnellsten Supercomputer der Welt wird halbjährlich auf der Internationalen Supercomputing Conference veröffentlicht, die diesmal in Frankfurt am Main stattfindet. Seit 25 Jahren misst sie die Leistung der Superrechner nach dem sogenannten Linpack-Benchmark. Viele Experten halten diesen Wert jedoch für nicht mehr zeitgemäss, da zum Beispiel die Effizienz von Berechnungen nicht erfasst wird.


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