Sensorik 13.12.2018, 14:38 Uhr

Hochpräzise Navigation für Autos und Drohnen

Das ETH-Spin-off Fixposition stellt Echtzeit-Navigationssysteme her – für selbst fahrende Autos, Roboter oder industrielle Drohnen. Dabei erreichen die Jungunternehmer eine bislang unerreichte Präzision.
Haben mit ihrem kleinen Gerät Grosses vor: Lukas Meier und Zhenzhong Su
(Quelle: Florian Bachmann/ETHZ )
Shanghai, Peking, Shenzhen, Hong Kong und schliesslich Tianjin, wo der asiatische Bruder des World Economic Forum stattfand: Lukas Meier und Zhenzhong Su haben im September eine zweiwöchige Ochsentour durch China hinter sich gebracht. Das Spin-off Fixposition der beiden ETH-Abgänger wurde für das zehn Startups umfassende Schweizer Startup-Nationalteam ausgewählt und durfte die von der Jungunternehmen-Förderorganisation Venture Lab organisierte Reise nach China antreten.
«Das half, um erste Kontakte zu Investoren zu knüpfen», erzählt Meier. Allerdings sei es sein Mitgründer Su gewesen, der das meiste geregelt habe. «Es kam vor, dass wir uns eine halbe Stunde lang mit Interessenten auf Englisch unterhielten. Am Ende wechselte er auf Chinesisch und innerhalb von Sekunden war allen alles klar.» Beide müssen lachen, als Meier die Episode aus seiner Sicht erzählt. Denn Su punktete mit einem womöglich entscheidenden Vorteil für den geplanten Markteintritt im Reich der Mitte: er ist Chinese.
Das im August 2017 gegründete Startup Fixposition stellt hochpräzise Navigationssysteme her, die in autonom operierenden Geräten wie Drohnen, Robotern oder selbst fahrenden Autos verbaut werden. Meier hebt das kleine Teil, das nicht grösser als eine Zündholzschachtel ist, hoch und sagt: «Damit können wir jederzeit die Position eines mit dem System ausgestatteten Geräts auf zwei Zentimeter genau bestimmen». Bahnbrechend daran ist, dass dies selbst in Umgebungen gelingt, wo das GPS-Signal schwach ist wie etwa in Häuserschluchten von Grossstädten, in Wäldern oder sogar im Untergrund.
Damit dies funktioniert, haben Su und Meier die Vorteile von modernster Satelliten-Navigation mit jenen der Computer-Vision-Technologie kombiniert. Oder anders gesagt: Wo kein Signal ist, kann sich das Auto, die Drohne oder der Roboter trotzdem orientieren – indem die Umgebung visuell gescannt und auf wiedererkennbare Details geprüft wird. «Genau so funktionieren auch unsere Augen», erklärt Su.

Autor(in) Andres Eberhard, ETH-News


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