ETH Zürich 19.10.2018, 14:26 Uhr

Herzpumpe aus dem 3D-Drucker

ETH-Doktorand Kai von Petersdorff-Campen hat ein Verfahren entwickelt, um magnethaltige Produkte per 3D-Druck herzustellen. Anhand einer künstlichen Herzpumpe zeigte er die Funktionsweise.
Querschnitt des Prototyps. Gut sichtbar sind die dunkelgrauen magnetischen Komponenten
(Quelle: Kai von Petersdorff-Campen / ETH Zürich )
Als Kai von Petersdorff-Campen beschloss, eine künstliche Herzpumpe per 3D-Druck herzustellen, ahnte er nicht, wie gross die Aufmerksamkeit für dieses Projekt sein würde. Denn das Plastikteil, das er nach 15 Stunden aus dem Drucker nahm, war von sehr geringer Qualität. Aber es funktionierte, wie sich im darauffolgenden Test zeigte – und das war die Hauptsache. «Mein Ziel war nicht, eine gute Herzpumpe herzustellen, sondern das Prinzip aufzuzeigen, wie sie in einem einzigen Arbeitsschritt hergestellt werden kann», sagt Petersdorff-Campen.

Positive Resonanz

Der 26-jährige Doktorand im Department Maschinenbau und Verfahrenstechnik hatte den Protoypen in diesem Frühling innerhalb weniger Monate entwickelt. Schliesslich erhielt er für das Projekt eine Einladung für die  Konferenz ASAIO in Washington, durfte dort im Juni einen Vortrag halten und gewann mit dem eingereichten Video über das Projekt erst noch den Prototypen-Wettbewerb.
Das Besondere an Petersdorff-Campens Projekt ist denn auch nicht die Herzpumpe an sich. Diese ist lediglich ein Anwendungsbeispiel für das 3D-Druck-Verfahren, das der ETH-Jungforscher entwickelt hat. Künstliche Herzpumpen sind nämlich nicht nur geometrisch komplexe, sondern vor allem auch magnethaltige Produkte. Und im Bereich des 3D-Drucks von Magneten steckt die Forschung noch in den Kinderschuhen. So gehört Petersdorff-Campens Herzpumpe zu den ersten Prototypen mit magnethaltigen Komponenten überhaupt, die per 3D-Druck gefertigt worden sind.

Autor(in) Andres Eberhard, ETH-News


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