09.06.2016, 14:33 Uhr

256-Kern-Prozessor soll neuronale Netze beflügeln

Nach zehn Jahren Entwicklung hat ein US-Start-up einen Prozessor vorgestellt, der speziell für Aufgaben des maschinellen Lernens geeignet sein soll.
Chip-Grössen wie Intel, AMD und IBM erhalten einen neuen Konkurrenten. Knuedge, ein Unternehmen, das vom Ex-Nasa-Chef Dan Goldins gegründet wurde, hat sein erstes Produkt präsentiert. Dabei handelt es sich um den 256-Kern-Prozessor Knupath, der für den Umgang mit neuronalen Netzen optimiert sein soll, also in selbstlernenden Systemen zur Anwendung kommen wird.
Der Chip wurde in den letzten 10 Jahren unter grösster Geheimhaltung entwickelt. Er soll auf einer komplett neuartigen Architektur beruhen und sich somit stark von jenen Prozessoren unterscheiden, die in heutigen PC werkeln. Genau genommen handelt es sich bei Knupath um einen Digitalen Signalprozessor (DSP), der für Aufgaben der künstlichen Intelligenz massgeschneidert wurde. Jeder der 256 Kerne kann eine eigene Berechnung ausführen. Darum ist Knupath sehr skallierbar. In einem Rechenzentrum lassen sich bis zu 512'000 Einheiten zusammenschalten. Darüber hinaus wird auf schnelle Kommuniation gesetzt. Die Verzögerung zwischen den Server-Racks soll nicht mehr als 400 Nanosekunden betragen. «Im Grunde handelt es sich um eine neue Prozessorarchitektur, die für riesige Datenmengen ausgelegt ist, oder was man landläufig als Maschinenkernen bezeichnet», erklärt Goldin und spricht dabei von einem Paradigmenwechsel weg von der herkömmlichen CPU. Ihr Können in Sachen Künstliche Intelligenz hat Knuedge bereits unter Beweis gestellt, und zwar mit Knuverse, einem KI-basierten Stimm- und Spracherkennungssystem, das derzeit von der US-Armee getestet wird und selbst in lärmigen Umgebungen einsetzbar sein soll.



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