03.12.2015, 11:04 Uhr

Windows 10 spioniert weiterhin

Mit dem letzten grösseren Windows-10-Update wurde das viel kritisierte Spionage-Werkzeug DiagTrack nicht entfernt, sondern einfach nur umbenannt.
Die Freude währte nur kurz, als die White Hat-Hacker von Tweakhound ihr Windows 10 nach der Installation des grösseren Updates des Betreibssystems, genannt Threshold 2, genauer unter die Lupe nahmen. Denn sie konnten das berüchtigte Tool Diagnostics Tracking Service, kurz als DiagTrack bezeichnet, nicht mehr finden. DiagTracks Auftrag war es, für Microsoftallerlei Informationen ber das System- und Anwenderverhalten zu sammeln und nach Redmond zu rapportieren. Es war deshalb bald einmal als Spionage-Werkzeug oder gar als Keylogger von Microsoft verschrien. Doch Microsoft hat offensichtlich das Werkzeug nicht in Rente geschickt, sondern den Dienst einfach nur in «Connected User Experiences and Telemetry» umbenannt. Damit führt Microsoft nicht nur seine Anwender an der Nase herum, sondern auch Entwickler von Tools wie DoNotSpy 10, mit denen die offizielle Spionagetätigkeit eingeschränkt und für mehr Privatsphäre gesorgt werden soll. Doch damit nicht genug: Offenbar werden auch alle Einstellungen, die man als Anwender zum besseren Schutz der Privatspäre in Windows 10 vorgenommen hat, mit dem Threshold-2-Update zurückgesetzt, und Windows 10 ist wieder so «gwundrig» wie zuvor. Immerhin: Auch der umgenannte «Dienst» von Microsoft lässt sich deaktivieren. Und es ist anzunehmen, dass die Programmierer von Anti-Spionage-Tools ihre Werkzeuge bald entsprechend anpassen werden.


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