28.10.2008, 08:05 Uhr

Microsofts Wolke heisst Windows Azure

Microsofts oberster Software-Architekt, Ray Ozzie, hat die Cloud-Computing-Plattform der Redmonder präsentiert. Sie segelt unter der Bezeichnung Windows Azure.
Ray Ozzie persönlich präsentiert während der PDC Microsofts Cloud-Computing-Konzept Windows Azure
Windows Azure soll es Entwicklern erlauben, Rechendienstleistungen zu entwerfen und diese mit Hilfe der IT-Infrastruktur von Microsoft anzubieten.
Laut Ozzie handelt es sich um eine "Services-basierte Betriebsumgebung", also nicht um ein "Betriebssystem" im klassischen Sinn. Windows Azure soll gegen Elastic Compute Cloud (EC2) von Amazon antreten. "Es ist eine skalierbare Hosting-Umgebung, auf der Entwickler ihre Applikationen bauen und bereitstellen können", meint Microsofts Chief Software Architect während seiner Präsentation des Konzepts an der hauseigene Entwicklerkonferenz PDC (Professional Developers Conference) in Los Angeles.
Als Informatik-Urgestein - er gilt als einer der Väter der Groupware Lotus Notes, die später von IBM übernommen wurde - liess Ozzie während seines Auftritts die Geschichte des Cloud-Computings Revue passieren und wies darauf hin, dass grundlegende Konzepte wie Virtualisierung und Utility-Computing bereits seit Jahrzehnten in der IT von Grossunternehmen bekannt sind. Allerdings habe man diese Systeme jeweils für die eigene Firma gebaut und nicht daran gedacht, sie auch Dritten zur Verfügung zu stellen. "Es ist daher eine andere Geschichte, wenn man diese Systeme erstellt und sie der weiten Welt des Webs anbietet als nur Anwendern in den vier Wänden des eigenen Unternehmens", sagt Ozzie.

Technische Details

Bei Windows Azure können Programmierer auf bekannte .Net-Entwicklungswerkzeuge zurückgreifen, um Applikationen für die Cloud zu schreiben. Microsoft habe ihrerseits diese Tools verwendet, um Windows Azure zu erstellen, berichtete Amitabh Srivastava, der das Azure-Entwicklungsteam der Redmonder leitet, anschliessend an die Ozzie-Keynote.
Kernstück von Azure ist ein sogenannter "Fabric Controller", der "die Lebenszyklen der Dienstleistungen" verwaltet, erklärt Srivastava. Laut dem Microsoft-Mann sieht diese Kontrolleinheit die gesamte Hardware-Landschaft als Computing-Gewebe, das sich die einzelnen Dienstleistungen teilen.
Zudem trennt Windows Azure die Applikationsschicht von jener des Betriebssystems, und zwar unter Verwendung von Microsofts Virtualisierungstechnik. Dadurch müssten Desktop-PC nicht mehr mit Updates versehen werden, sobald sich die Anwendungen selbst ändern. Genau dies war bislang ein Schwachpunkt in Microsofts Software-Angebot für Unternehmen und einer der Gründe, warum viele Unternehmen noch nicht das jüngste Windows-Client-Betriebssystem Vista eingeführt haben.
Wann Windows Azure generell erhältlich sein wird, wurde noch nicht genannt. Eine Vorversion ist für Teilnehmer der PDC in den USA erhältlich. Es sind allerdings weltweit Rechenzentren geplant, die Windows Azure bereitstellen sollen.

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