Tech Summit 02.03.2018, 15:39 Uhr

Microsoft Schweiz wirbt um Gunst der IT-Pros

Die Präsentationen am «Tech Summit» von Microsoft Schweiz fokussierten hauptsächlich auf Cloud und Infrastruktur. Zur Eröffnung sprach Sysinternals-Erfinder Mark Russinovich.
Mark Russinovich positionierte Microsoft als einzigen Anbieter der Hybrid Cloud
(Quelle: computerworld.ch)
Die Entwickler-Organisation von Microsoft Schweiz ist im vergangenen Jahr aufgesplittet worden. Die Programmierer und Evangelisten arbeiten nun in den Geschäftsbereichen mit. Parallel dazu gab es offenbar ein Umdenken bei den Community-Anlässen: Der früher eher Developer-geprägte Anlass «TechDays» wurde durch das «Tech Summit» ersetzt, neu mit neuem Fokus eher auf IT-Professionals – zumindest am Eröffnungstag. Zu der kostenlosen Konferenz geladen waren aber beide Gruppen. Rund 1000 Spezialisten aus der Schweiz folgten der Einladung nach Baden, sagte Initiator David Kurth von Microsoft Schweiz der Computerworld.
Ein Grund für den grossen Zuspruch zum «Tech Summit» dürfte die Eröffnungsrede von Mark Russinovich sein. Er entwickelt seit Jahrzehnten Windows-Systemprogramme (Winternals, Sysinternals) und mittlerweile auch Windows selbst. Offiziell ist er bei Microsoft als Cheftechniker der Cloud-Plattform Azure angestellt. «Microsoft ist der einzige Anbieter einer wirklich hybriden Cloud», schlug er die Brücke zwischen On-Premises und der Datenwolke. Mit Software aus Redmond könnten Unternehmen die Verbindung schaffen bei Berechtigungen und Identität (Active Directory), Infrastruktur-Management sowie Sicherheit (Intune, System Center) und Storage (SQL).

Tools von Microsoft und Docker

Den Weg in die Cloud erleichtern will Microsoft zukünftig mit «Azure Migrate»: Die Lösung übernimmt erstens das Assessment der virtuellen Maschinen und Datenbanken in lokalen Infrastrukturen. Zweitens können Administratoren mögliche Problemfälle analysieren und die Migrationen in die Cloud (auch von Drittanbieter-Produkten) planen. Am Ende einer Planung kalkuliert Azure Migrate, mit welchen Einsparungen ein Unternehmen rechnen kann. Das Tool, sagte Russinovich, ist die erste von Microsoft zuerst in der Schweiz lancierte Software. Streng genommen handelt es sich allerdings nur um eine Kombination von zwei schon bestehenden Lösungen: dem früheren Azure Migrate (für virtuelle Maschinen) und Azure Database Migration Service.
An der Kommandozeile präsentierte Patrick Chanezon von Docker, wie Container in Microsoft-Umgebungen mithilfe der kommenden Docker Enterprise Edition für Windows Server gemanagt werden können. Der Chief Developer Advocate kündigte an, dass die Enterprise Edition für Windows Server 2016 noch im ersten Quartal fertig sein soll. Die Lösung für Windows Server 1709 folge drei Monate später.
David Kurth von Microsoft Schweiz will mit Schweizer IT-Professionals zusammenspannen
(Quelle: computerworld.ch)
Für die Rede von David Kurth, als Cloud and Enterprise Business Group Lead bei Microsoft Schweiz angestellt, war eine weitere Ankündigung in Aussicht gestellt worden. Zum Beispiel gab es Spekulationen über eine eigene Azure-Region in der Schweiz. Microsoft betreibt 42 Azure-Regionen weltweit, eine dedizierte Instanz für einheimische Unternehmen fehlt bis anhin. Das wird vorerst auch so bleiben, sagte Kurth, und verwies auf Azure Stack. Mit der Appliance lässt sich die Azure-Technologie ins eigene Rechenzentrum holen (und optional mit der Cloud verbinden).
Kurths tatsächliche Ankündigung war dann die Gründung der Community «Swiss Geeks». In der LinkedIn-Gruppe können sich Schweizer Microsoft-Professionals austauschen und vernetzen. Eine gleichnamige Community existiert allerdings bereits. Sie hat sich dem Cosplay und dem Gaming verschrieben.


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