ETH-Labor im Kampf gegen Cybergefahren

Gegen die Erosion des Vertrauens

Vincent Lenders, ETH-​Absolvent und Leiter des CYD-​Labors an der ETH, wies auf die Tatsache hin, dass es mittlerweile mehr vernetzte Geräte als Menschen auf der Welt gebe. Die Abhängigkeit von sensiblen Infrastrukturen seien bereits heute umfassend. Im krassen Gegensatz dazu stehe der Umstand, dass es an Know-​how fehle, um damit umzugehen. Der Campus ziele darauf ab, diese Kompetenzen aufzubauen und die Schweiz zu einer Cyberabwehr zu befähigen.
Als aktuell grösste Herausforderung bezeichnete Srdjan Capkun, ETH-​Professor für Informationssicherheit und Direktor des ZISC, die Erosion des Vertrauens in die IT-​Infrastruktur und die zunehmende Überforderung der Menschen beim Thema Datensicherheit. Immer wieder liessen Meldungen über massive Datenverluste aufhorchen. Tatsache sei: «Jedes Gerät, jede Infrastruktur kann gehackt werden.» Um dem zu begegnen und Vertrauen wieder aufzubauen, brauche es unter anderem eine gewisse Rückkehr zum Lokalen. So sollten sich Fachkräfte mit unterschiedlichen Kompetenzen möglichst direkt austauschen können. Der Cyber Defence Campus an der ETH biete eine ideale Basis, um dieses Bedürfnis umzusetzen.
Vertrauen sei auch der Kern des Kundenversprechens, das seine Firma abgebe, sagte Andreas Häberli, Chief Technology Officer des auf Schliess-​ und Sicherheitstechnik spezialisierten Unternehmens dormakaba. Mit der zunehmenden Verlagerung des Themas Sicherheit von der physischen in die virtuelle Welt wachse die Herausforderung, dieses Versprechen einzulösen. Der Cyber Defense Campus sei aus Sicht der Schweizer Industrie ein wichtiger und hoch willkommener Schritt, damit die Gesellschaft im Ringen um die Vorherrschaft im virtuellen Raum die Oberhand behält.

Autor(in) Norbert Staub, ETH-News


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