27.09.2011, 09:15 Uhr

Computervirus wird 40

Mit der Vernetzung der Rechner kamen vor 40 Jahren erstmals sich selbst replizierende Programme in die Computerwelt: Der Virus war geboren.
Vor genau 40 Jahren wurde der erste Computervirus entwickelt. Seitdem haben Malware-Programme die unterschiedlichsten Formen angenommen und neben Ärger bei den Usern auch wirtschaftlichen Schaden verursacht. Tatsächlich gibt es sogenannte Computerviren schon seit den ersten Versuchen, die Rechenmaschinen zu vernetzen. Während «Creeper», der erste Laborversuch einer sich replizierenden Software, noch zu Forschungszwecken diente und nicht darauf ausgerichtet war, Schaden anzurichten, wurde das Phänomen Virus im Laufe der Zeit zu mannigfaltigen Zwecken genutzt.

Creeper wurde in Cambridge, Massachusetts, für das Arpanet - einen Vorgänger des Internet - entwickelt. Die Aufgabe war, selbst-replizierende Software zu schaffen. Der eigentliche Begriff Virus wurde 1983 geschaffen. Fred Cohen, damals Doktorand an der University of Southern California, benutzte als Erster diesen Ausdruck. Im Jahr 1987 verbreitete der nach seinem ersten bekannten Fundort benannte «Jerusalem» zum ersten Mal Angst und Schrecken auf Computersystemen weltweit: Ausgerichtet auf DOS, löschte er bei infizierten Maschinen am Freitag dem 13. wichtige Programme. Dagegen blieb die Angst vor «Michaelangelo» im Jahr 1992 entgegen den Vorhersagen unbegründet. Der Geburtstag des Renaissance-Malers am 6. März verstrich ohne grössere Crashes.

Mitte der 90er-Jahre wurde erstmals Phishing verwendet, um an vertrauliche Informationen von Usern zu gelangen. Dabei geht es nicht so sehr um den Gebrauch von Schadsoftware, als vielmehr darum, vorzugeben, eine vertrauenswürdige Quelle zu sein, um leichtgläubige User um Passwörter und Kreditkartennummern zu erleichtern. Um die Jahrtausendwende wurden von Varianten des als «I love you» bekannten Virus Millionen von Computern rund um den Globus infiziert. Die Viren verbreiteten sich durch E-Mails. «Code Red» befiel im Jahr 2001 Webserver, um dann die Botschaft «Gehackt von den Chinesen» anzuzeigen. Ein von dem Virenautor ebenfalls intendierter Zweck des Virus war eine Cyberattacke auf das Weisse Haus, die allerdings abgewehrt werden konnte.

Der Internet-Wurm Sasser hatte 2004 als erstes Malware-Programm auch Auswirkungen ausserhalb des World Wide Web: Er verursachte Unterbrechungen in Satellitenkommunikation und führte zu Absage von Flügen. MyTob schuf im Jahr darauf ein Botnet, das von den ferngesteuerten Computern aus zur Verbreitung von Spam, Spyware und Phishing genutzt wurde. Die Kombination eines Botnets mit Spam eröffnete Hackern erhebliche Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Der im vergangenen Jahr im Iran aufgetauchte Virus «Stuxnet» gilt hingegen als eine ausgefeilte Cyberwaffe: Sein ausgeklügelter Mechanismus kann spezielle Industrie-Software lahm legen. Es wird ein geheimdienstlicher Hintergrund vermutet sowie, dass Zentrifugen zur Anreicherung von Uran im iranischen Nuklearprogramm das Ziel waren. (www.pressetext.com)


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