Update 25.11.2015, 10:11 Uhr

Google wehrt sich gegen Fernzugriff-Vorwürfe

Google kann auf rund 75 Prozent aller Android-Smartphones per Fernzugriff die Displaysperre entfernen und so Behörden Zugriff geben. Ein Android-Entwickler sagt, die Zahl sei falsch und die Google-Kompetenzen überspitzt dargestellt.
Update
Der Android-Entwickler Adrian Ludwig hat in einem viel beachteten Post die im untenstehenden Artikel kursierenden Zahlen als falsch bezeichnet. Google könne keine Geräte entsperren, die mit PIN, Passwort oder Fingerabdruck gesichert seien. Zudem hätte Google auch keine Möglichkeit, auf verschlüsselte Geräte Zugriff zu erhalten. Lediglich Geräte, die per Muster entsperrt werden, könnten remote entsperrt werden. Das seien aber weit weniger als 75 Prozent der Geräte.
Ursprünglicher Artikel
Google ist in der Lage, Passwörter aus der Ferne zurückzusetzen. Dies steht in einem Bericht des New Yorker Bezirksstaasanwalts Cyrus Vance. Von dieser Möglichkeit mache Google Gebrauch, wenn sie von einer Behörde dazu gezwungen werden, also ein richterlicher Beschluss vorliegt. Dass eine solche Hintertür in Android eingebaut ist, war bisher nicht bekannt. Im Bericht von Vance steht allerdings auch, dass nicht alle Geräte betroffen sind: «Für Android-Geräte, auf denen das Betriebssystem Lollipop 5.0 oder höher läuft, plant Google eine Geräteverschlüsselung ab Werk, wie sie auch Apple nutzt, die es für Google unmöglich macht, Durchsuchungsbefehle oder Gerichtsbeschlüsse für eine Datenextrahierung zu befolgen.» Diese Geräteverschlüsselung ab Werk hätte eigentlich bereits bei Android 5.0 implementiert sein sollen, wurde sie aber nicht. Die Nutzer müssen die Verschlüsselung deshalb selbst aktivieren. Mit Android 6.0 (Marshmallow) soll die Werkverschlüsselung Tatsache werden und den Behörden der Zugang definitiv verunmöglicht werden - von einigen zu wenig leistungsstarken Geräten einmal abgesehen. Trotzdem sind Millionen von Android-Geräten dem Zugriff der Behörden ausgesetzt. Nur rund ein Viertel aller Smartphones und Tablets laufen mit Android 5.0 oder höher. Viele ältere Geräte dürften auch kein Update auf die aktuellsten OS-Versionen erhalten. Relativ offen sind auch iOS-Geräte bis einschliesslich Version 7 – diese kommt aber nur noch auf rund neun Prozent aller iOS-Modelle zum Einsatz.


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