Huawei im 5G-Fieber

Smarte Produkte für unterwegs

Eine Consumer-Palette ohne Tablets und Notebooks? Nicht bei Huawei. Auch wenn der chinesische Brand (noch) nicht bei allen für mobile Rechner bekannt ist, macht das Ausprobieren des Notebook-Flaggschiffs und MacBook-Air-Konkurrenten MateBook X Pro viel Spass. Allein schon mit der eleganten Erscheinung des 14-Zöllers kann man auch in Designerkreisen punkten.
Auf den ersten Blick fällt auf, dass der Rand des Displays praktisch nicht mehr auffällt. Die Ränder sind extrem schmal, und das Bild ist gestochen scharf. Gemäss Hersteller soll der Akku einem 12-Stunden-Video-Marathon standhalten. Die verbauten vier Lautsprecher und vier Mikrofone versprechen jedenfalls ansprechende Audio-Eigenschaften. Was das MateBook X Pro im Alltag leistet, zeigt der Praxistest der Redaktion.
Für alle, die lieber ohne Tastatur unterwegs sind, hält Huawei verschiedene Tablets bereit. Besonders hübsch ist  das MediaPad M5 Pro mit 10,8 Zoll Bildschirm, leichten 500 Gramm Gewicht und dem Kirin 960 Chipset sowie einem leistungsfähigen 7500-mAh-Akku.
Übrigens, wohin man schaut, die Consumer-Produkte von Huawei haben oder bekommen demnächst alle die neuen KI-Chipsets. Damit sind die Geräte laut Hersteller bestens vorbereitet für die diversen KI-Anwendungen, welche auf Anwender in der 5G-Welt zukommen werden. Bereits heute nutzt Huawei KI-fähige Chips für geräteinterne Funktionen wie beispielsweise Fotografie, Power-Management oder Spracheingabe.

Infrastruktur und Enterprise Services

Eine interessante Bemerkung machte Vincent Pang, Präsident der Huawei West European Region, in einem Interview. Für Huaweis Zukunft sei der Enterprise-Markt noch wichtiger als derjenige der Smartphones. Das lässt tief blicken, denn immerhin rangiert der chinesische Technologie-Hersteller bei den mobilen Telefonen weltweit auf Rang 2.
Vincent Pang, Präsident von Huawei West European Region
(Quelle: Christian Bühlmann)
Laut Pang führt die flächendeckende Einführung von 5G-Netzwerken zu disruptiven Veränderungen in der Wirtschaft. Statt Latenzzeiten von 50 Millisekunden seien dann 2 und weniger Millisekunden möglich. Durch die reduzierten Latenzzeiten seien 5G-Anwendungen rund 100 Mal sicherer und zuverlässiger als über die heutigen 4G-Netze.
Zudem könne der Stromverbrauch künftiger 5G-Chips auf ein Minimum reduziert werden. Damit man diese Vorteile auch nutzen kann, braucht es entsprechende Infrastruktur. Und diese liefert Huawei: Vom Mobile-WiFi-Hotspot über professionelle Router bis hin zu vernetzten Industrielösungen.

Hallo 5G, bitte kommen…

Es ist angerichtet, les jeux sont faits. Das 5G-Fieber bei Huawei ist auf dem Siedepunkt. Man kann und will endlich loslegen. Der Hersteller gibt sich als Global Player mit lokalem Kolorit. Eine wichtige Stütze sind dabei die 14 R&D-Centers und 12 OpenLabs, die auch junge Talente ködern sollen. Ob’s gelingt, wird sich spätestens dann zeigen, wenn 5G zum neuen Standard wird.
Doch in Europa sind die Verhandlung über die nationalen 5G-Modalitäten noch in vollem Gange. Investitionen in Infrastruktur (es braucht neue Netze) und Strahlenbelastung sind dabei zentrale Themen. Bei Huawei gibt man sich gelassen. Die neue Technologie wird kommen, früher oder später, heisst es.

Huawei reitet derzeit gleich in mehreren Sparten auf der digitalen Erfolgswelle. Entsprechend selbstbewusst präsentierte man sich auf der diesjährigen «Eco-Connect Europe» in Rom. Computerworld war vor Ort und hat einige Impressionen eingefangen.

Zum Autor
Christian Bühlmann
ist freier Technologie-Journalist und Inhaber der Content-Marketing-Agentur Commares.


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