Adesso Neujahrszyklus 2020 07.02.2020, 15:30 Uhr

Was Eichen, Schilf und Haie mit Agilität zu tun haben

Partner und Kunden haben mit dem Team von Adesso Schweiz auf das IT-Jahr 2020 angestossen. Ein Highlight war das Referat von Sonja Buholzer. Sie nahm die Gäste mit auf einen Tauchgang mit Haien und zog Parallelen zu agil arbeitenden Teams.
Dr. Kurt A. Mäder, Dr. phil. Sonja A. Buholzer, Hansjörg Süess (v.l.n.r.)
(Quelle: Adesso Schweiz )
Der IT-Dienstleister Adesso Schweiz hat am Donnerstagabend zu seinen Neujahrszyklus geladen. Knapp 200 Kunden, Partner und Mitarbeitende waren der Einladung gefolgt. Das Schlagwort Agilität bestimmte den Abend. «Nicht nur für unsere Kunden ist Agilität ein wichtiger Faktor, auch wir selber müssen agil sein, um uns den stetig ändernden Marktbedingungen anzupassen», sagte Hansjörg Süess, CEO von Adesso Schweiz.
Süess räumte ein, dass das Arbeiten nach agilen Methoden nicht für jedes Unternehmen passt und Agiltät auch nicht top-down verordnet werden kann. Vielmehr gelte es, die passenden Modelle für sein Unternehmen zu anzupassen und gezielt einzusetzen. «Ich freue mich, dass wir unsere Kunden als Digital Business Partner durch diese spannende Zeit begleiten dürfen», sagte Süess, wohl mit Hinblick auf das eigene Geschäft, zu dem auch das Consulting zählt.

Neuer Standort im Tessin

Adesso selbst ist im vergangenen Jahr gewachsen. Nach 52 Millionen Franken Umsatz im Jahr 2018 durchbrach das Unternehmen in der Schweiz 2019 die 60-Millionen-Franken-Grenze. Zudem eröffnete das Unternehmen einen neuen Standort in Lugano (Computerworld berichtete). Adesso Schweiz setzt auf die gut ausgebildeten Fachkräfte im Tessin und auf Tessinerinnen und Tessiner, die beispielsweise in der Deutschschweiz studiert haben und nach qualifizierten Jobs in ihrer Heimat suchen.
Zu den Highlights des Neujahrszyklus zählten die Gastreferate, beispielsweise jenes von Kurt Mäder, ehemals COO der Liechtensteinischen Landesbank. Mäder betonte die Geschwindigkeit der Veränderungen. Seit dem zweiten Weltkrieg sei die Zahl an Patentanmeldungen exponenziell gestiegen, zuletzt auf rund 200'000 Patente pro Jahr. Die wachsende Geschwindigkeit führe auch zu neuen, agilen Arbeitsweisen. Aus der Softwareentwicklung stammt das agile Manifest mit seinen Prinzipien, die sich auf viele Bereiche eines Unternehmens übertragen lassen, wie etwa die Einbindung von Kunden in die Produktentwicklung.

Was Eichen und Schilf mit Agilität gemein haben

Mäder zog in seinem Vortrag Parallelen zur Natur. Ein grosses, altes und starkes Unternehmen sei wie eine Eiche. Diese verändert sich nur langsam, allerdings hat sich ihre Struktur bewährt. Ein gutes Beispiel sei eine Bank, bei der die Stabilität des Geschäfts im Vordergrund steht. Start-ups seien hingegen wie Schilf: biegsam, rasch anpassungsfähig, könne aber auch schnell abgeschnitten werden.
Mäder selbst führte agile Methoden während seiner Zeit bei der Liechtensteinischen Landesbank ein. Nicht komplett und radikal über Nacht, sondern zunächst punktuell und angepasst an die Erfordernisse des Finanzinstituts und seiner Mitarbeitenden. Mäder empfahl den Zuhörenden Workshops zu initiieren und schnell Erfolge zu erzielen, das könne ansteckend sein.

Im Haifischbecken

Auch im zweiten Beitrag des Abends spielte die Natur eine wesentliche Rolle. Sonja Buholzer, Kader-Coach und Autorin verschiedener Leadership-Publikationen zog Analogien zwischen Zusammenarbeit und dem Haitauchen. Ein Abtauchen zu den Haien sei wie ein Sprung in eine neue Position. Man hat zunächst nur sich selbst und muss sich seiner eigenen Fähigkeiten und Grenzen bewusst sein. Agile Führungskräfte wissen aber auch, dass sie für den Erfolg auf ein Team angewiesen sind.
Die Gruppe sollte möglichst heterogen zusammengesetzt sein, also aus Frauen und Männern aus unterschiedlichen Kulturen und verschiedenen Professuren bestehen. Das führe dazu, dass neue Fragen gestellt werden. Auf diese Weise können verschiedene Perspektiven eingenommen werden, um auf die Erfordernisse der aktuellen Geschäftswelt zu reagieren – eine Welt, die einen Einzelnen schlicht überfordert, wie Buholzer betonte. Auf der anderen Seite sollte die Gruppe auch homogen, also loyal zueinander sein. Solche Strukturen fördern nicht nur die Resilienz eines Unternehmens. Speziell für Grossunternehmen kann dies bedeuten, wieder attraktiver für Fachkräfte zu werden, die sonst ihr Glück bei agilen, hippen Start-ups suchen.


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